Androsch in NEWS: "Neutralität Österreichs überholt"

Industrieller und Ex-Vizekanzler fordert "Umbau des Sozialstaates mit Augenmaß"

Wien (OTS) - In einem Interview für die morgen erscheinende neue Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS erklärt der Parade-Industrielle und Ex-Finanzminister Hannes Androsch die Neutralität für "überholt". "Österreich muss seine Rolle als sicherheitspolitischer Trittbrettfahrer ablegen", sagte Androsch wörtlich zu NEWS.

Der Ex-SP-Vizekanzler rechnet Androsch sowohl mit der neuen Regierung ("Streitereien statt Sachpolitik") als auch mit der aktuellen Sozial-, Finanz- und Wirtschaftspolitik scharf ab. Österreich hätte bei seinem Sozial- und Umweltstandards in manchen Bereichen bereits die Grenze der Finanzierbarkeit überschritten, so Androsch. Er fordert einen Umbau des Sozialstaates "mit Augenmaß".

Das von Finanzminister Karl-Heinz Grasser angepeilte Nulldefizit bezeichnet Androsch als "Propaganda-Gag". "Die Finanzpolitik läuft auf mehreren Geleisen aus den Schienen, weil verabsäumt wurde, die Ausgabenstruktur zu verbessern", so der ehemalige Finanzminister. Herbe Kritik gab es auch für die Privatisierungspolitik, die Androsch "zwischen Ausverkauf und Treppenwitz" einordnet. Vehement spricht er sich gegen eine Privatisierung der Post aus.

Ebenso wie in seinem Buch warnt Androsch im Interview davor, dass "Österreich in Selbstzufriedenheit versinkt".

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