AKNÖ-Staudinger: Wahlfreiheit zwischen Erwerbstätigkeit und Kinderbetreuung für Frauen fast nicht gegeben

Wien (AKNÖ) – "Die Ergebnisse der WIFO-Studie bestätigen die Ansicht der Arbeiterkammer, dass die Wahlfreiheit zwischen Erwerbstätigkeit und Kinderbetreuung nicht gegeben ist", erklärt der Präsident der AKNÖ, Josef Staudinger. Laut Wifo sind eine Reihe von Faktoren entscheidend, wie lange eine Frau nach der Geburt ihre Berufstätigkeit unterbricht: Wie hoch ist das Erwerbseinkommen, das erzielt werden kann, welche Auswirkungen hat diese Unterbrechung auf den Arbeitsplatz und wie ist die Erwerbstätigkeit mit den Betreuungspflichten zu vereinbaren? Vor kurzem hat die AKNÖ eine Studie zur Situation der Frau in Niederösterreich präsentiert, deren Ergebnisse genau in jenen Bereichen Defizite aufgezeigt hat:
Zwischen dem 25. und 40. Lebensjahr erlebt die berufliche Laufbahn der niederösterreichischen Frauen durch die Babypause und Kinderbetreuung einen dramatischen Einbruch. Ab dem 41. Lebensjahr steigt das Interesse am Job wieder deutlich. "Dafür zeichnen vielerlei Gründe verantwortlich: Die Niederösterreicherinnen verdienen zu wenig und die beruflichen Möglichkeiten, die nach dem Wiedereinstieg geboten werden, sind oftmals unterbezahlte Teilzeitjobs", erklärt Staudinger.****

Die Auswirkungen auf das Lebenseinkommen sind enorm: Knapp 60% der berufstätigen Frauen können bzw. könnten mit ihrem persönlichen Einkommen kaum einen eigenen Haushalt finanzieren. Auch massive Verschlechterung in der Pension sind zu erwarten, denn der Bemessungszeitraum soll von den "besten 15 Jahren" auf 40 Jahre ausgedehnt werden. "Dies kann für Frauen, die während oder durch die Kindererziehung gezwungen waren, einer Teilzeitbeschäftigung nachzugehen, zu Pensionseinbußen von über 30% führen", warnt der AKNÖ-Chef.

"Die Politik muss Rahmenbedingungen setzen, die diesen Kreislauf stoppen und endlich eine tatsächliche Wahlfreiheit garantieren:
Verstärkte Weiterbildungsmöglichkeiten für weibliche Beschäftigte, eine gerechte Entlohnung für Arbeitnehmerinnen, qualifizierte Beratungsstellen vor dem Berufsausstieg und für den Wiedereinstieg, Ausbau von qualifizierten Kinderbetreuungseinrichtungen und eine Flexibilisierung der Öffnungszeiten ", fordert Staudinger. (Schluss)

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