RAUCH-KALLAT: MÜSSEN VON PATRIARCHALISCHEM ZU PARTNERSCHAFTLICHEM FAMILIENMODELL

Frauenministerin will Einkommensschere zwischen Frauen und Männern verkleinern

Wien, 26. März 2003 (ÖVP-PK) "Frauenpolitik ist keine Ghettopolitik, sondern eine Querschnittsmaterie. Gleichberechtigung gibt es nur dann, wenn man in allen Bereichen zu einer partnerschaftlichen Politik findet. Nicht im Gegeneinander, sondern im Miteinander liegt unser Ansatz", sagte gestern Abend, Dienstag, Frauenministerin Maria Rauch-Kallat bei der Veranstaltung "Frauen im März" Bild.Ton.Wort, zu der Nationalratspräsident Dr. Andreas Khol gemeinsam mit ÖVP-Klubobmann Mag. Wilhelm Molterer anlässlich des Frauenmonats März ins Hohe Haus geladen hatte. "Wir müssen von einem patriarchalischen zu einem partnerschaftlichen Familienmodell", so die Ministerin weiter. ****

"Wir sind auf einem guten Weg zu einer partnerschaftlichen Politik, die es uns ermöglichen wird, alle Ungleichheiten, die nach wie vor bestehen, auch in den nächsten Jahren zu bereinigen", so Rauch-Kallat. Bereits die Regierung Schüssel I habe wesentliche Maßnahmen wie das Kinderbetreuungsgeld oder die erhöhte Zusatzverdienstgrenze gesetzt; die Regierung Schüssel II werde dieses Modell fortsetzen, um zu einer partnerschaftlichen Teilung zu kommen. "Denn ohne Partnerschaft wird keine Gleichstellung erreichbar sein".

Rauch-Kallat hob in ihrer Rede die Erfolge der Regierungsarbeit hervor: Die Frauenbeschäftigungsquote liege in Österreich mit 63 Prozent um zehn Prozent über dem EU-Durchschnitt; die Frauenarbeitslosigkeit sei um 1,5 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Trotzdem gebe es großen Nachholbedarf, verwies die Ministerin darauf, dass Frauen sich beispielsweise seltener um höhere Positionen bewerben als Männer. "Frauen müssen lernen, ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen und sich zu vermarkten." Karriereplanung und Mentoring führte die Ministerin als Schwerpunkte ihrer Arbeit an. Es seien den Frauen auch Netzwerke - wie sie bei Männern seit Jahrhunderten funktionierten - anzubieten.

Auch die Forderung des ÖAAB nach einem Mindestlohn sei eine "weibliche Forderung", welche die Situation der Frauen verbessern würde. Ebenso wichtig sei das Verkleinern der Einkommensschere. Unter gleich Qualifizierten verdienen Frauen im Durchschnitt um 18 Prozent weniger. Ein Einkommen von 1.500 Euro verfehlen nur 19 Prozent der Männer, aber 49 Prozent der Frauen. Zirka zehn Prozent der Einkommensunterschiede gingen auf den Berufseinstieg zurück, weil Frauen schlechter bezahlte Berufe wählen würden. Bei der Pensionssicherungsreform werde man darauf achten, dass die Schere nicht noch größer werde und auf Bedürfnisse und besondere Situationen Rücksicht nehmen, verwies die Ministerin auf die Maßnahme, die pensionsbegründende Anrechnung von Kindererziehungszeiten von derzeit 12 Monate auf 24 Monate zu verlängern.

Ein weiterer Schwerpunkt betreffe den Arbeitsmarkt, vor allem den Bereich "Wiedereinstieg". "Wir müssen den Frauen schon beim Ausstieg in die Familienphase bewusst machen, dass sie den Wiedereinstieg bedenken." Der Ausstieg sei vor allem aufgrund der technischen Weiterentwicklung nicht immer ungefährlich.

Wichtig sei für Frauen auch der Umgang mit der Zeit. Politik müsse Rahmenbedingungen schaffen, die es Frauen und auch Männern ermöglichen, Beruf und Familie so zu vereinbaren, dass weder das eine noch das andere zu kurz komme." Rauch-Kallat hob in diesem Zusammenhang positiv hervor, dass der Bundeskanzler mit seinem Anspruch auf Teilzeit bis zum sechsten Lebensjahr und dem Recht auf Rückkehr auf Vollzeit Maßnahmen gesetzt habe, die nicht nur familienfreundlich seien, sondern diese Vereinbarkeit auch erleichtern.
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