Vertragsnaturschutz mit Handschlagqualität

Förderrichtlinien für Vorarlberger Natura 2000- Gebiete

Bregenz (VLK) – Die Vorarlberger Landesregierung hat die
neuen Förderrichtlinien für Natura 2000-Gebiete
beschlossen. Diese treten mit 1. April in Kraft. Es sei
wichtig, die Natura 2000-Ziele gemeinsam mit Gemeinden, Grundbesitzern und Bevölkerung umzusetzen, sagten
Landeshauptmann Herbert Sausgruber und Umweltlandesrat
Erich Schwärzler heute, Dienstag, im Pressefoyer. Im
laufenden Jahr starten in den Klostertaler Bergwäldern die
ersten Projekte in Umsetzung der Natura 2000-Bedingungen.
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Natura 2000 bezeichnet ein Netz europäischer
Schutzgebiete, das den Erhalt besonders gefährdeter Tiere,
Pflanzen und Lebensräume gewährleisten soll. In Vorarlberg
gibt es 22 Natura 2000-Gebiete mit einer Gesamtfläche von
232 Quadratkilometern, das sind rund neun Prozent der
Landesfläche. Der Waldanteil beträgt 5.000 Hektar.

Laut Landesrat Schwärzler verlangt die EU hinsichtlich
der Natura 2000-Gebiete von den Ländern Maßnahmen, die
schwer realisierbar sind. So fehlen etwa konkrete Vorgaben
für eine effektive Umsetzung. Trotzdem sei das Land
Vorarlberg bemüht den Natura 2000-Zielen in der Praxis
gerecht zu werden. Schwärzler: "Der Vorarlberger Weg schaut
so aus, dass nur soviel wie unbedingt nötig obrigkeitlich
geregelt wird. Wir setzen auf einen Vertragsnaturschutz mit Handschlagqualität zwischen Land und Bürgern." Mit den Förderrichtlinien werden Anreize für die Waldbesitzer
geschaffen, den Zustand und die Vielfalt ihrer Wälder
sorgfältig zu hegen bzw. zu verbessern.

Großen Wert legen Sausgruber und Schwärzler darauf, dass
Natura 2000 keine Einbahnstraße sein darf, sondern auch von
der EU mitfinanziert wird: "Eine Arbeitsteilung nach dem
Motto 'Die EU schafft an, die Mitgliedsländer zahlen' kann
nicht funktionieren. Sonst bleibt dieses bedeutende
europäische Schutzgebietsnetz ohne Herz und nur ein Lippenbekenntnis."
(gw/dig,nvl)

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