Mittel- und Osteuropa: Unter den Top-Exportregionen Österreichs

Infrastruktur-Konferenz mit Nachbarstaaten um Verkehrsanbindung zu verbessern - Koren: Wir bringen die zuständigen Behörden zusammen

Wien (PWK 176) - "Auch wenn 2002 die Entwicklung der österreichischen Exporte generell hervorragend war, so stechen unter den Top-Exportdestinationen die Länder Mittel- und Osteuropas hervor", sagte Walter Koren, Leiter der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) auf einer Pressekonfernz im Rahmen der Außenwirtschaftstagung Mittel- und Osteuropa in der WKÖ heute in Wien. Den Fragen der Journalisten stellten sich weiters die WKÖ-Handelsdelegierten Rudolf Thaler (Warschau), Michael Angerer (Prag), Konstantin Bekos (Bratislava), Peter Rejtö (Budapest), Hans Knausl (Moskau) und Christian Gessl (Kiew).
Während die weltweiten Ausfuhren um 4,1 Prozent zulegten, lagen etwa die Exportzuwächse nach Polen oder in die Slowakei mit 6,4 bzw. 12,3 Prozent weit darüber. Die Ausfuhren nach Deutschland, der wichtigsten Zieldestination, steigerten sich nur um 2,2 Prozent. Koren: "Ungarn nimmt mit einem Anteil von 4,3 Prozent an den weltweiten Exporten den siebenten Rang unter den wichtigsten Exportdestinationen ein." Gute Chancen bieten sich vor allem in den vier EU-Erweiterungsländern neuen Exporteuren und KMU mit Erfahrung im Binnenmarkt. In Russland und der Ukraine gilt es, den Aufschwung der letzten Jahre zu nutzen. Ziel der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) ist es, in den benachbarten Ländern unter die Top 3 bei den Auslandsinvestitionen zu gelangen. Dafür setzt die AWO Branchenschwerpunkte. Besonders in den Bereichen Umweltschutz, Verkehrsinfrastruktur und im Agrartechnologie- und Lebensmittelsektor sollen Unternehmen gezielt über die in diesen Bereichen vorhandenen EU-finanzierten Programme (ISPA, SAPARD und TACIS) informiert werden. Im Bereich Verkehrsinfrastruktur wird die AWO auf Initiative der Handelsdelegierten aus Prag und Bratislava eine Infrastruktur-Konferenz ins Leben rufen. Koren: "Wir wollen die verkehrstechnische Anbindung an die künftigen EU-Mitglieder vorantreiben und werden diesbezüglich die zuständigen Ministerien und Behörden zusammenbringen."
Eine weitere neue Veranstaltungsreihe der AWO unter dem Titel "Neue Nachbarschaft" wird im wesentlichen auf die Beitrittsländer ausgerichtet sein. Quer durch alle Bundesländer werden heuer in einer persönlichen Motivierungs- und Informationskampagne Firmen auf Chancen in den benachbarten Märkten aufmerksam gemacht.

Die Länder der Region Mittel- und Osteuropa:
Polen: Exportschlager sind Elektrische Maschinen Made in Austria

Die österreichischen Ausfuhren nach Polen steigerten sich 2002 um 6,4 Prozent (Volumen: 1,3 Mrd Euro). Hauptexportprodukte waren elektrische Maschinen und Apparate, Zugmaschinen, Kunststoffe, pharmazeutische und chemische Produkte. Die Importe fielen um 1,7 Prozent auf 922,3 Millionen Euro. Österreichs Gesamtinvestitionen in Polen werden bis Mitte 2002 mit 787,8 Millionen Euro angegeben. Das tatsächliche Investitionsvolumen ist allerdings größer, da der Erhebungsmodus geändert wurde und nur Investitionen über einer Million Euro erfasst werden und die Investitionen der österreichischen KMU diesen Wert im Regelfall nicht erreichen.

Tschechien: Wichtigste Destination für Direktinvestitionen

Mit einem Investitionsvolumen von knapp vier Milliarden Euro (2002) ist Tschechien die wichtigste Destination für österreichische Direktinvestitionen unter den Reformstaaten. Österreichs Exporte stiegen 2002 um 3,6 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, die Importe legten um 5,5 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zu. Ein Drittel des bilateralen Handels entfällt auf Produkte der Warengruppe Maschinenbauerzeugnisse und Fahrzeuge. Der Bereich "Umwelttechnik" lässt wegen der bis 2010 umzusetzenden EU-Richtlinien bedeutende Investitionen mit EU-Kofinanzierung und gute Geschäftsmöglichkeiten erwarten.

Slowakei: Österreich ist Nr.2 bei Auslandsdirektinvestoren

2002 legten die österreichischen Slowakei-Exporte um 12,3 Prozent (1,1 Mrd Euro) zu. Das geringere Wachstum der slowakischen Lieferungen nach Österreich im selben Zeitraum (7,7% auf 1,2 Mrd Euro) bewirkte eine Verringerung des Handelsbilanzdefizits. Bei Exporten dominierten Maschinen, Ausrüstungen und bearbeitete Waren. Auch Konsumgüterexporte verzeichneten eine kräftige Steigerung, zumal sich die Inlandsnachfrage durch die Zunahme der Reallöhne belebt hat. Mit einem Anteil von 19 Prozent liegt Österreich an zweiter Stelle hinter Deutschland unter den Auslandsinvestoren. Insgesamt sind über 1.500 österreichische Betriebe in der Slowakei präsent. Chancen gibt es in den Bereichen Umwelttechnologie, IT, Tourismus, Bau und Holz.

Ungarn: Top-Exportdestination in Mittel- und Osteuropa

Nach einem - seit sieben Jahren erstmaligen - Rückgang der österreichischen Exporte nach Ungarn um 4,6 Prozent im Jahr 2001, stiegen diese 2002 wieder um 0,9 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Stark angestiegen sind die Ausfuhren von Zugmaschinen und Kraftfahrzeugen, Raffinerieerzeugnissen sowie Papier und Pappe. Die Importe sanken um 4,9 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Österreich hat am ungarischen Markt einen Anteil von acht Prozent und stellt Ungarns zweitgrößten Handelspartner hinter Deutschland dar. Exportchancen nach Ungarn bestehen Umweltschutzbereich, da das Land diesbezüglich großen Nachholbedarf hat.

Russland: Erstmals fast eine Milliarde Exportvolumen

2002 brachte mit einem Exportvolumen von 953 Millionen Euro einen neuen Rekord der österreichischen Ausfuhren nach Russland (+1,3%). 40 Prozent der Ausfuhren sind dem Sektor Maschinenbauerzeugnisse zuzurechnen. Überdurchschnittlich stiegen die Nahrungsmittelexporte (+24%). Die Importe sanken um 9,9 Prozent auf eine Milliarde Euro, hier dominieren Erdgas und Erdöl (80%). Österreich punktete 2002 auch bei Investitionen. Im Sommer wurde die Papierfabrik Syktyvkar von der Neusiedler-Gruppe übernommen. Im Herbst erfolgte der Spatenstich für ein Spanplatten- und Parkettwerk der Firma Kronospan bei Moskau.

Ukraine: Zweitwichtigster Handelspartner der GUS

Das bilaterale Außenhandelsvolumen hat sich in den vergangenen Jahren dynamisch entwickelt. Seit 1992 haben sich die österreichischen Importe aus der Ukraine verfünffacht und die österreichischen Exporte versechsfacht. 2002 machte das Exportplus 1,5 Prozent (273 Mio Euro) aus. Signifikante Zuwachsraten konnten bei Nahrungsmitteln erzielt werden (+80% auf 10,6 Mio Euro). Die österreichischen Importe gingen um 5,2 Prozent auf 252 Millionen Euro zurück, wobei traditionell Rohstofflieferungen mit rund der Hälfte aller Einfuhren dominieren. Die österreichischen Investitionen erreichten bis zum Oktober 2002 rund 180 Millionen Euro. Unter den GUS-Ländern ist die Ukraine der zweitwichtigste Markt für österreichische Unternehmen. (BS)

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