Wiener Vorlesungen und Colloquium über Argentinien

Wien (OTS) - Das einst zu den reichsten Ländern Südamerikas zählende, gegenwärtig in heftigsten wirtschaftlichen Turbulenzen steckende Argentinien ist Thema der Wiener Vorlesungen am kommenden Donnerstag (27.3.), wie auch ausführlicher Gegenstand eines Argentinien-Colloquiums, das in den nächsten Tagen stattfindet (26.-28.3.).

"Gott ist kein Argentinier mehr" - so das ursprünglich verkehrt formulierte Sprichwort aus Argentinien - ist Thema eines Vortrages der Brüder Roberto und Enrique Bein, in dem die beiden Wissenschaftler ihre Sicht der gegenwärtigen Krisensituation ihres Heimatlandes darlegen. Die Brüder Bein, der eine, Enrique, als Erziehungswissenschaftler in Bariloche tätig, der andere, Roberto, als Linguist an der Uni in Buenos Aires lehrend, stammen familiär aus Deutschland, von wo die Familie 1933 flüchten musste. Beide, so Georg Kremnitz, seit 1986 am Institut für Romanistik an der Uni Wien lehrend und Organisator des wissenschaftlichen Treffens, seien "herausragende Beobachter der aktuellen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Situation ihres Landes."

Das mit 18 Wissenschaftlern auch international prominent besetzte Colloquium über "Sprachen, Literaturen und Gesellschaft in Argentinien" setzt sich u.a. auch mit der Literaturproduktion der nichtspanischen Bevölkerung auseinander. In diesem Zusammenhang werden auch heute, Dienstag, an der VHS Donaustadt , wie auch am kommenden Freitag (28.3.) an der VHS Urania entsprechende Vorträge zu Argentinien (Beginn: jeweils 18.30 Uhr) zu hören sein. Laut Kremnitz spielen neben europäischen Einwanderern, wie etwa Italiener, Deutsche und Dänen, vor allem die indianische Urbevölkerung eine relevante Rolle. Laut Kremnitz sind die offizielle Zahlen, die die indianische Bevölkerung mit einigen Zehntausend angibt, deutlich zu gering angesetzt. Er selbst gehe eher von bis zu einer halben Million Indianern aus, so Kremnitz.

Kremnitz ist seit einigen Jahren an einem Aufbau eines verstärkten Argentinien-Schwerpunktes an seinem Institut bemüht. Eine bald abgeschlossene Dissertation, sowie einige aktuelle Diplom-Arbeiten zu argentinischen Thematiken, aber auch verstärkte Kontakte mit argentinischen Universitätsinstituten sind derzeit die ersten Schritte in diese Richtung.

o Wiener Vorlesungen:
Termin: Donnerstag, der 27. März 03
Ort: Festsaal des Wiener Rathauses
Beginn: 19.00 Uhr
Nähere Infos auch unter: http://www.wien.gv.at/ma07/vorlesungen/

o Colloquium über "Sprachen, Literaturen und Gesellschaft in Argentinien"
Termin: 26.-28.März 03
Ort: Uni Wien, Hörsaal 16 (1., Dr. Karl Lueger-Ring 1)
Nähere Details: http://www.univie.ac.at/Romanistik/

o VHS-Vorträge
25. März: VHS Donaustadt (22., Bernoullistrasse 1,
Beginn: 18.30 Uhr): "Das Spanische in Lateinamerika und Europa. Nachkoloniale Existenzbedingungen einer polyzentrischen Sprache" 28. März: VHS Urania (1., Uraniastrasse 1; Beginn: 18.30 Uhr):
"Deutschsprachige Emigration in Argentinien: Sprache, Schule und Literatur als (verlorene und neue) Heimat"
(Schluss) hch

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