AK-Umfrage zu Weiterbildungswünschen ergab: Nach den Kindern wollen Frauen beruflich neu durchstarten

Linz (OTS) - Drei Viertel der weiblichen Angestellten zwischen 35 und 50 Jahren sind an beruflicher Weiterbildung sehr interessiert, brauchen aber Unterstützung beim Realisieren der Pläne. Das ergab eine AK-Umfrage. AK-Vorstandsmitglied Hedda Kainz fordert deshalb verbesserte Rahmenbedingungen: von Beratungen in den Betrieben bis zum Weiterbildungsstipendium.
Ist die intensivste Phase der Kinderbetreuung vorbei, überdenken Frauen ihre berufliche Zukunft. So die AK-Umfrage, bei der 1570 weibliche Angestellte im Alter von 35 bis 50 Jahre interviewt wurden. Drei Viertel sind an Weiterbildung sehr interessiert. Hindernisse sind vor allem die familiären Belastungen und hohe Kosten. Die schlechte Einkommenssituation von Frauen schlägt also auch auf ihre Bildungsmöglichkeiten durch.
Die meisten Frauen möchten sich im eigenen beruflichen Tätigkeitsfeld weiterentwickeln. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass vor allem die betriebsinterne Weiterbildung als wesentliche Voraussetzung für ein Fortkommen gesehen wird.
Ein Drittel der Frauen denkt allerdings daran, innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre den Job oder die Firma zu wechseln. Die mit Abstand häufigst genannten Gründe dafür sind eine interessantere und qualifiziertere Tätigkeit sowie ein höheres Gehalt.
Auf vielen Frauen lastet aber Qualifikationsdruck. Sie erkennen, dass ohne Weiterbildung ihre Chancen am Arbeitsmarkt schwinden. Das zeigen die Antworten auf die Fragen nach Wissensstand und Einschätzung der Jobsicherheit deutlich. Zwei Drittel glauben, bei einem Verlust des derzeitigen Arbeitsplatzes eventuell oder sicher keine gleichwertige Beschäftigung mehr zu finden. Fast genau so viele geben an, nur teilweise oder nicht auf dem neuesten Stand der benötigten Fertigkeiten für ihren Beruf zu sein.
An Hilfestellung wünschen sich 77 Prozent ein besseres Beratungsangebot: vor allem zur Erarbeitung eines Ausbildungskonzepts und zur Aufklärung über Finanzierungsmöglichkeiten.
Vorrangig muss daher die Qualifizierungsberatung direkt in den Betrieben verstärkt werden, so AK-Vorstandsmitglied Hedda Kainz. Das Arbeitsmarktservice bietet eine solche an und übernimmt auch einen Teil der Kosten für betriebliche Weiterbildung. Darüber hinaus muss die Bildungskarenz an die Bedürfnisse von Frauen angepasst werden. Bei einer gänzlichen beruflichen Umorientierung brauchen die Frauen Angebote zur Planung der weiteren Berufslaufbahn. Finanziert könnten diese über das oö. Bildungskonto werden. Zur Deckung des Lebensunterhalts während einer Umschulung soll ein Weiterbildungsstipendium geschaffen werden.
Bedarfsgerechte Angebote für Arbeitnehmerinnen in punkto Weiterbildung hat die Arbeiterkammer im Rahmen von AK-Plus geschaffen: Kurse Weiterbildung in der Karenz zum leichteren Wiedereinstieg; 100-Euro-Bildungsbonus: 67 Prozent der Nutzer sind Frauen; kostenlose Bildungsberatung in der AK Linz und neuerdings auch in allen Bezirksstellen; Ermäßigung mit der AK-Leistungskarte bei allen BFI- und VHS-Kursen.

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Margit Schrenk

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