Replik des Ärztekammerpräsidenten erregt Missfallen

Es geht in der Diskussion zwischen Ärztekammer und Österreichischem Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV) nicht um Partikularinteressen, sondern um weit mehr

Wien (OTS) - "Dr. Pjeta äußert sich zu Themen, die gänzlich den Pflegeberuf betreffen, wie z.B. die Reform der Pflegeausbildung, ohne die entsprechenden Fakten klar darzustellen", stellt Frau Ecker, Präsidentin des ÖGKV, zur gestrigen Aussendung der ÖÄK fest. " Es ist nicht einzusehen, dass hier die betroffene Berufsgruppe nicht in die laufende Diskussion einbezogen wird. Offensichtlich ist die Meinung anderer Experten interessant."

Es werden Begrifflichkeiten verwendet, die in dieser Form nicht existieren, so z.B. "Heimkrankenpflegerinnen". Was ist damit gemeint? Es gibt auch die Berufsbezeichnung "Pflegerin" nicht. Welche Qualifikation ist damit gemeint?

Die Gesundheits- und Krankenpflegeberufe sind im Gesundheits- und KrankenpflegeGesetz (1997) geregelt. Ebendort §1: Gesundheits- und Krankenpflegeberufe sind: 1. der gehobene Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege und 2. die Pflegehilfe. Nachdem die ausgebildeten Altenfachbetreuer die Ausbildung zur Pflegehilfe integriert haben, sind sie somit berechtigt, als Pflegehelfer im gesamten Bundesgebiet tätig zu werden. Zu behaupten, dass Pflegepersonen nicht längerübergreifend arbeitsberechtigt sind, ist wirklicher Unsinn. Vielmehr ist die Grundausbildung der Diplomierten Krankenpflegefachkräfte inhaltlich äußerst anspruchsvoll aber formal endet der Bildungsweg in einer Sackgasse.

Die Arbeitsgemeinschaft der Niederösterreichischen SchuldirektorInnen hat ein Ausbildungskonzept für die Gesundheits-und Pflegeberufe entwickelt, welches vom ÖGKV voll inhaltlich unterstützt wird. Damit soll ein breiter Zugang geschaffen werden, eine Durchlässigkeit von der Pflegehilfe bis zum Studium der Pflegewissenschaft möglich sein und die EU-Konformität erreicht werden, auch in Hinblick auf die bevorstehende EU-Osterweiterung. Der ÖGKV erwartet sich durch die Aufwertung der Pflegeausbildung u.a. eine Steigerung der Attraktivität des Berufes.

Die in der Diskussion angesprochene Pflegeausbildung, welche demnächst durch einen Vertrag zwischen Bund und Ländern vereinheitlicht werden soll, ist de facto die Schaffung eines neuen Berufszweiges. Ecker dazu: "Der Patient braucht eine ganzheitliche Betreuung. Wenn man Pflegekompetenzen auf noch mehr Berufsgruppen verteilt, wird das Angebot für den betroffenen Menschen unübersichtlicher und verwirrender. Abgesehen von den arbeitsrechtlichen und berufsrechtlichen Konsequenzen. Die bestehenden Berufsbilder decken alle Erfordernisse ab. Die Lösung des drohende Pflegenotstandes wäre insgesamt eine Stärkung und Aufwertung des Pflegeberufes."

Zu fehlenden Schulungsmaßnahmen von pflegenden Angehörigen ist zu sagen, dass qualifizierte Pflegefachkräfte im Rahmen des eigenverantwortlichen Tätigkeitsbereiches nicht nur am Krankenbett sondern auch in der Angehörigenschulung und -beratung einen wertvollen Beitrag leisten können. Entsprechende Strukturen und der Ressourceneinsatz dafür würden sich binnen kürzester Zeit amortisieren.

"Nicht zuletzt ist es mir wichtig zu betonen, dass gerade wir Pflegepersonen in engem Kontakt mit den Patienten stehen und dass für uns seine Bedürfnisse und Interessen oberste Priorität haben. Gerade deshalb wäre eine konstruktive Zusammenarbeit aller beteiligten Berufsgruppen im Sinne des Patienten wünschenswert. Alleingänge der ÖÄK können nicht zielführend sein", betont Christine Ecker.

Der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV) ist der Berufsverband aller Pflegeberufe Österreichs. Er ist gemeinnützig, unabhängig, überparteilich und interkonfessionell.

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