Sittenwidriges Doppelinkasso des Roten Kreuzes

Klagenfurt, 2003-03-21 (fpd) Ehrenamtliche Rot-Kreuz-Mitarbeiter würden die Ausbildung von Ersthelfern in Betrieben um einen bescheidenen Spesenersatz verrichten, doch die RK-Führung kassiere für deren Tätigkeit umso saftiger, sowohl bei der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) als auch den Betrieben, kritisiert der freiheitliche Klubobmann-Stellvertreter LAbg. Johann A. Gallo.

Die Rot-Kreuz-Spitze, die diesen einsamen Beschluss gefasst habe, müsse die Frage beantworten, ob nach der Affäre wegen versuchter Doppelverrechnung von Bergekosten, beispielsweise nach Hubschraubereinsätzen, der Weg der Selbstbeschädigung nunmehr auf einer anderen Ebene fortgesetzt werden solle, so der Abgeordnete.

Gesetzliche Bestimmungen wie die Arbeitsstättenverordnung oder die Bauarbeiter-Schutzverordnung zwingen Betriebe ab fünf Bediensteten mindestens einen bzw. mehrere - nach der Mitarbeiterzahl gestaffelt -Mitarbeiter nach dem vom Roten Kreuz ausgearbeiteten Lehrplänen in Erster Hilfe in mindestens 16 Stunden ausbilden zu lassen. Wird dies dem Roten Kreuz überantwortet, bekommt dieses von der AUVA dafür für jeden Auszubildenden derzeit etwa 27 Euro erstattet. Das Rote Kreuz versuche nunmehr auch die Betriebe mit zusätzlichen 35 Euro je Kursteilnehmer zu beglücken, vergüte den ehrenamtlichen Ausbildern jedoch lediglich einen Spesenersatz von etwa 7 Euro für einen gesamten Ausbildungslehrgang mit 15 bis 20 Teilnehmern.

Hier treibe insbesondere Rot Kreuz Präsident Peter Ambrozy ein unseriöses Doppelspiel. In der aktuellen Diskussion um die AUVA-Unfallspitäler fordere er als SPÖ-Spitalsreferent eine Harmonisierung der Beiträge und Leistungen, als Rot Kreuz Präsident jedoch handle er gegenüber der AUVA und den Betrieben - die ja die AUVA durch ihre Beiträge finanzieren - genau gegenteilig. Dass dies auf dem Rücken freiwilliger und ehrenamtlich Tätiger geschehe sei schlichtweg unwürdig und sofort abzustellen, schloss Gallo.

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