Sicherheitslücke im Straßenverkehr wird größer - Unfallzahlen steigen seit 1996 wieder

Wien (OTS) - Steigende Unfallzahlen, wachsende Verkehrsbelastung
und ein großer Aufholbedarf bei Ausbau und Erhaltung des österreichischen Straßennetzes erfordern dringende Maßnahmen. Notwendig sind eine Verbesserung der Infrastruktur und bessere Planung, erklärten Vertreter des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, des ÖAMTC und der TU-Wien in einer Pressekonferenz. Kuratorium für Verkehrssicherheit, ÖAMTC und Experten aus dem Bereich der Wissenschaft unterstützen die Initiative für mehr "Sichere Straßen".

Seit 1996 stiegen die Unfallzahlen in Österreich um über 11 Prozent. 2002 kamen bei mehr als 43.000 Unfällen mit Personenschaden 56.265 Personen zu Schaden, 942 Menschen starben. DI Klaus Robatsch, Verkehrsplaner des Kuratoriums für Verkehrssicherheit: "Je Milliarde gefahrener Personenkilometer gibt es in Österreich noch immer 16 Tote. Wären unsere Straßen so sicher wie jene der sichersten Länder der EU könnten über 460 Todesopfer pro Jahr vermieden werden. Verkehrsunfälle verursachen in Österreich jährlich volkswirtschaftliche Schäden von rund 4 Milliarden Euro. Robatsch fordert für alle Straßenprojekte ein verpflichtendes Sicherheitsaudit, das Leben retten und mindestens 30 Prozent der Kosten spart, wenn Straßen bereits in der Planungsphase auf ihre Sicherheit überprüft werden.

Lückenschluß im hochrangigen Straßennetz dringend erforderlich

Durch die Erweiterung der EU wird der Personenverkehr in Österreich von 53 Milliarden Personenkilometern 1998 auf über 80 Milliarden 2015 zunehmen. Österreich hat im vergangenen Jahrzehnt aber nur 168 Kilometer hochrangige Straßen neu gebaut. Die Autobahndichte ist heute nur noch knapp über dem EU-Schnitt und 50 Prozent unter der Schweiz. DI Roman Michalek, Abteilungsleiter Verkehrstechnik des ÖAMTC fordert einen Lückenschluss im hochrangigen Netz, die Kapazitätsausweitung überlasteter Strecken, eine Verbesserung von Strecken mit Sicherheitsdefiziten und flächendeckende intermodale Verkehrsmanagementsysteme. Allein mit intelligenten Verkehrsleitsystemen lässt sich die Zahl der Getöteten um 25 Prozent reduzieren.

Mehr Geld für Straßenerhaltung nötig

TU-Professor Johann Litzka vom Institut für Straßenbau und Straßenerhaltung tritt dafür ein, mit modernen Wartungssystemen das Sicherheitsniveau im bestehenden Straßennetz zu erhöhen. Kernthema für die Sicherheit einer Straße ist die Griffigkeit des Straßenbelags. Litzka: "Langlebiger Straßenoberflächen können die Sicherheit deutlich erhöhen. Diese "Long lasting Pavements" brauchen weniger Erhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten und entlasten über ihre Lebensdauer die Budgets. Für die Sicherstellung eines ausreichenden Zustandes der Fahrbahn ist eine systematische Erhaltungsplanung (Pavement-Management) erforderlich.

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