Hagenhofer: Nachkauf der Versicherungszeiten wird zur Falle

Frauen fühlen sich um ihre Lebensplanung betrogen

Wien (SK) "Die Pensionsreform der ÖVP-FPÖ-Regierung stellt ein Belastungspaket für die ArbeitnehmerInnen, insbesonders für die weiblichen, dar. Die Abschaffung der Frühpensionierung bei langer Versicherungszeit ist nur ein Beispiel von vielen, wo Frauen in ungleich größerem Ausmaß von den unsozialen Maßnahmen der Bundesregierung betroffen sind", stellte die SPÖ-Abgeordnete Marianne Hagenhofer am Freitag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ fest. "Der Nachkauf von Versicherungszeiten könnte sich als Verlustgeschäft erweisen. Jene, die sich mit einem Nachkauf in gutem Glauben ihren Pensionsanspruch sichern wollten, laufen Gefahr, massiv geschädigt zu werden. Besonders betroffen sind Frauen und Personen mit langen Versicherungszeiten, die also kurz vor dem Pensionsantritt stehen", kritisiert die Abgeordnete. ****

Derzeit können Männer noch mit 60 Jahren und Frauen mit 55 Jahren in Frühpension gehen, wenn sie 45 bzw. 40 Versicherungsjahre nachweisen können. Das ist aber in vielen Fällen nur möglich, wenn Versicherungszeiten nachgekauft wurden. Wenn die Regierung die Frühpension wegen langer Versicherungsdauer abschafft, könne es genau bei diesem Nachkauf zu Problemen kommen.

Die von der Regierung angekündigte Lösung sieht vor, die eingezahlten Beiträge wieder an die Betroffenen zurückzuzahlen. Seit Beginn des Nachkaufs im Jahre 1988 haben Tausende ÖsterreicherInnen Schul- und Studienjahre und auch Versicherungszeiten aufgrund von unterbrochenen Beschäftigungsverhältnissen nachgekauft. In der öffentlichen Diskussion gehe jedoch jene Gruppe unter, deren Pensionszeiten unvollständig seien, weil sie keine durchgehenden Beschäftigungsverhältnisse hatten. "Insbesondere Frauen, die wegen der Kinder zu Hause geblieben sind, gehören dazu", so Hagenhofer.

"Vor allem für die weiblichen Versicherten stellt der Nachkauf der Versicherungszeiten einen wesentlichen Teil ihrer Altersversorgung dar. Für Hilfsarbeiterinnen und Frauen mit Betreuungspflichten war es wichtig, ihre Beschäftigungsunterbrechungen in Form des Nachkaufs von Versicherungszeiten abzudecken. Eine Neuregelung in diesem Bereich hätte für die Lebensplanung vieler Frauen massive negative Auswirkungen. Diese Betroffenen wollen nicht mit einer Rückzahlung abgespeist werden. Sie wollen eine Pension, für die sie rechtswirksame Zeiten erworben bzw. nachgekauft haben", bekräftigt Hagenhofer ihre Forderung für die Frauen. (Schluss) ml/mm

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