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Ungarns schönste Landschaften: Der Velence-See

Wien (OTS) - Er ist nicht ganz so bekannt wie sein großer Bruder, der Balaton, aber deswegen nicht weniger attraktiv. Immer mehr Wasser- und Naturliebhaber entdecken das Paradies im Herzen Ungarns. Der Velence-See ist knapp 11 km lang und 2,5 km breit mit einer Durchschnittstiefe von etwa 1,5 m. Das feine Wasser des Sees hat Trinkwasserqualität und aufgrund der im Schlamm enthaltenen Mineralien und Salze auch heilende Wirkung. Die 2050 Sonnenstunden im Jahr haben ihm auch den Namen "Sonnenscheinsee" eingebracht und sein 26 Grad C warmes seichtes Wasser garantiert auch Kindern ein sicheres und unbeschwertes Badevergnügen.

Auf den Schilffreien Flächen herrscht reges Treiben, Windsurfer und Segler kommen voll auf ihre Kosten. Im Erholungsgebiet zwischen den Orten Velence und Sukoró gibt es ein Wassersportzentrum, das auch Paddel- und Ruderregatten sowie Angelmeisterschaften organisiert. Gute Infrastruktur und Unterkünfte.

Der Velence-See ist aber auch ein Natur- und Wasserschutzgebiet ersten Ranges. Auf den schwimmenden Moorinseln im See sind einige Tausend Pflanzen- und Tierarten heimisch, mehr als die Hälfte des Sees ist mit Schilf bedeckt. Unter den Pflanzen findet man streng geschützte Arten wie Knabenkraut oder Schleierschwertlilie, die Tierwelt umfaßt haupstsächlich Reptilien und Amphibien, einige davon, wie der Moorfrosch, stehen bereits auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Das Besondere am Velence-See ist jedoch seine Vogelwelt mit über 200 Arten, von denen etwa 100 auch nisten. Neben Höckerschwänen, Wildenten und Wildgänsen sind es vor allem die Reiherkolonien, die von besonderem Interesse sind. Am See und in den angrenzenden Gebieten herrscht absolutes Jagdverbot. Anglern bietet der See 26 derzeit bekannte Fischarten.

Auch kulturell hat die Umgebung des Sees eine Menge zu bieten. Die Geschichte des Hauptortes Velence geht auf die Römer zurück, als die Straße von Acquinum nach Savaria (das heutige Szombathely) hier vorbei führte. Den heutigen Namen erhielt der Ort vom Hofchronisten des Renaissancekönigs Matthias, der die Gründung des Ortes den Venezianern zuschrieb. Heute ist Velence mit seinem Yachtclub das touristische Zentrum am See, das außerdem für seine am Bence-Berg wachsenden Trauben berühmt ist.

Eines der schönsten Dörfer am See ist das etwas erhöht gelegene Sukoró, wo man im Volkskundehaus aus dem Jahr 1863 Interessantes über den See, seine Geschichte und seine Menschen erfahren kann. In der reformierten Kirche, eng mit dem Namen Batthyány und der Schlacht von Pákzod (1848) verbunden, finden im Sommer Orgelkonzerte statt. Von hier stammt auch Anonymus, der Verfasser von Ungarns erstem Geschichtsbuch (13. Jh.), der "Gesta Hungarorum".

An nicht zu heißen Sommertagen ist eine Fahrt ins Hinterland des Velence-Gebirges ein lohnendes Ausflugsziel. Neben unberührter findet man bizarre Granitformationen, wie Wackelsteine, Lochsteine oder Felsentore.

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