Länger andauernder Irak-Krieg birgt humanitäre Katastrophe

Amman/Wien (OTS) - Nach den ersten amerikanischen Angriffen
bereitet sich die größte private Hilfsorganisation World Vision in Jordanien auf die Versorgung der Flüchtlinge vor. Besonders die durch das Embargo unterernährten Kinder sind akut gefährdet.

Auf die angrenzenden Länder zum Irak kommen in den nächsten Tagen Hunderttausende Flüchtlinge zu, die bereits seit gestern Nacht nach den ersten Bombeneinschlägen auf der Flucht sind. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Hilfsorganisationen bereitet sich World Vision auf die Versorgung der Menschen vor.

Nach der Ankündigung des US-Präsidenten wonach wir uns entgegen ursprünglicher Annahme doch auf einen längeren Konflikt einstellen müssen, fehlt es an Kapazitäten um über einen längeren Zeitraum die Menschen mit Nahrungsmitteln, Notunterkünften und Medizin zu versorgen. Die meisten Kinder waren schon vor dem Krieg von der Nahrungsmittelverteilung durch die irakische Regierung abhängig. Der Krieg, der zwangsläufig die staatliche Versorgung zum Erliegen bringt, hat verheerende Folgen für den Gesundheitszustand der Kinder, so internationale Experten vom UNHCR und nichtstaatlichen Hilfsorganisationen, darunter ein Worldvision-Fachmann. Schon jetzt sind nach den Untersuchungen viele irakische Kinder stark unterernährt, so dass ein Zusammenbruch der Infrastruktur viele von ihnen an den Rand des Hungertods brächte.

Das zehnköpfige "International Study Team", darunter zwei renommierte Kinderpsychologen, untersuchte auch die Auswirkungen der Kriegsbedrohung auf die Psyche der Kinder. Viele Kinder befinden sich nach Auskunft der Psychologen in einem Dauerzustand der Angst vor dem Krieg und seinen Folgen. 500000 Kinder sind schon jetzt akut unterernährt und untergewichtig. Sie sind nun besonders gefährdet, Opfer von Hunger, Krankheit und Traumatisierung zu werden. Irak hat nur für einen Monat Nahrungsmittelvorrat. Die Sterblichkeit von Kindern unter 5 Jahren ist heute fast 2,5mal so hoch wie noch 1990. Die häufigsten Todesursachen (70%) sind Diarrhöe und Erkrankungen der Atmungsorgane. Krankenhäuser, so die Experten, würden nach Beginn eines bewaffneten Konfliktes nur noch für 3 bis 4 Wochen Medikamente haben. Nur 60 Prozent der irakischen Bevölkerung haben heute Zugang zu sauberem Trinkwasser. Worldvision hat in Amman, Jordanien, ein "Rapid Response"-Büro eröffnet und bittet die Medien weltweit um die Veröffentlichung eines Spendenappells:

Stichwort: Irak-Hilfe
Kto.-Nr. 90.890.000, Postsparkasse (BLZ 60000)

Für weitere Auskünfte stehen Ihnen Dr. Wolfgang Jamann, Leiter der humanitären Nothilfe, sowie Ton van Zutphen in Amman, Jordanien, zur Verfügung. Der Expertenbericht ist verfügbar über http://www.warchild.org - Zudem liegt Videomaterial über die ersten Hilfsaktionen in Jordanien vor.

WORLD VISION ist eine international tätige, überkonfessionelle christliche Hilfsorganisation mit den Schwerpunkten Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Nothilfe. Weltweit werden über 1,8 Millionen Patenkinder in mehr als 4000 Entwicklungsprogrammen betreut. Der österreichische World Vision Verein unterstützt 6800 Patenkinder in sieben Entwicklungsländern.

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