DER ÖSTERREICHISCHE EINFLUSS AUF DIE VERFASSUNGSENTWICKLUNG IN JAPAN Rechtshistorisches Symposion im Parlament

Wien (PK) - Zu einem rechtshistorischen Symposion über "die österreichischen Einflüsse auf die Modernisierung des japanischen Rechts" lud heute der Dritte Präsident des Nationalrates Dipl.
Ing. Thomas Prinzhorn in Zusammenarbeit mit dem Ludwig-Boltzmann-Institut für vergleichende Rechtssystemforschung. Der Themenbogen spannte sich von Lorenz Stein und dessen Einfluss auf den Verfassungsstaat des Meiji-Japans Ende des 19. Jahrhunderts über den mitteleuropäischen Parlamentarismus und die Entstehung des japanischen Parlamentarismus bis hin zur Bedeutung Hans Kelsens allgemein sowie hinsichtlich der japanischen Verfassungswissenschaft. Die Vorträge wurden von namhaften japanischen und österreichischen Verfassungsjuristen und Rechtshistorikern gehalten: Kazuhiro Takii, Makoto Ohishi,
Atsushi Takada, Manfried Welan, Wilhelm Brauneder und Theo Öhlinger.

Der Präsident des Nationalrates Andreas Khol hieß als Hausherr
die Teilnehmer des Symposions sowie den japanischen Botschafter Hiroshi Hashimoto bei dieser "kleinen, aber feinen wissenschaftlichen Veranstaltung", wie er sich ausdrückte,
herzlich willkommen. Die Tagung beleuchte, so Khol, ein interessantes Spezialkapitel der österreichischen
Rechtsgeschichte. So habe er zum Beispiel nicht gewusst, dass das allgemeine Verwaltungsverfahrensrecht Österreichs großen Einfluss auf Japan hatte. Khol unterstrich die engen Beziehungen
Österreichs zu Japan, vor allem auf kulturellem Gebiet, lange
bevor Japan zur industriellen Großmacht aufgestiegen ist. Um 1900 habe es sogar eine Japan-Begeisterung in Österreich gegeben, was auch Einfluss auf die Ausdruckssprache Gustav Klimts gehabt habe, was man bei der Betrachtung seiner Bilder im Oberen Belvedere nachvollziehen könne. Er, Khol, sei auch stolz darauf, dass so viele Japanerinnen und Japaner in Österreich ein Kunststudium aufgenommen haben.

Der japanische Botschafter Hiroshi Hashimoto bestätigte ebenfalls die exzellenten Beziehungen zwischen beiden Ländern und ergänzte, dass dieses Seminar einen weiteren wichtigen Beitrag zu deren Intensivierung darstelle. Dieses Kapitel der Rechtsgeschichte
zeige, wie sehr Japan von Europa und Österreich vor dem Ersten Weltkrieg beeinflusst worden war, und dass dieser Einfluss
geholfen habe, Japan zu modernisieren und zu demokratisieren.

Wilhelm Brauneder machte auf die Tatsache aufmerksam, dass man
nur selten in der Geisteswissenschaft etwas vollkommen Neues entdecke. Eine solche Überraschung sei der Einfluss Lorenz von Steins auf die Verfassungsentwicklung in Japan gewesen, wie japanische Wissenschafter herausgefunden hätten. (Schluss)

Aviso: Einen ausführlicheren Bericht über die Veranstaltung
finden Sie auf der Homepage des Parlaments (www.Parlament.gv.at), Menüpunkt Parlamentskorrespondenz.

Rückfragen & Kontakt:

Eine Aussendung der Parlamentskorrespondenz
Tel. +43 1 40110/2272, Fax. +43 1 40110/2640
e-Mail: pk@parlament.gv.at, Internet: http://www.parlament.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPA0001