Milchquoten: Zusatzabgabe dürfte rund EUR 34 Mio. ausmachen

Erzeugermilchpreise lagen 2002 im Schnitt bei 31,54 Cent je kg

Wien (AIZ) - Die österreichischen Milchbauern dürften in dem Ende März zu Ende gehenden Quotenjahr 2002/03 eine ähnlich hohe "Superabgabe" wegen Überlieferung zu entrichten haben wie im Vorjahr. Wie aus der jüngsten Prognose der Agrarmarkt Austria hervorgeht, ist für das gesamte Quotenjahr eine Überlieferung von etwa 95.000 t zu erwarten. Daraus resultiert eine Zusatzabgabe von EUR 33,8 Mio. Zum Vergleich: Im Quotenjahr 2001/02 war eine Abgabe von EUR 34,8 Mio. fällig. Nachdem die Milchanlieferungen an die Molkereien Ende Februar wieder leicht zugenommen haben, wäre es möglich, dass die Abgabenhöhe des Vorjahres noch erreicht wird, so die AMA.

Die bisherige österreichische Anlieferungs-Referenzmenge von 2,599.130 t wurde in der jüngsten Sitzung des EU-Verwaltungsaus-schusses Milch entsprechend dem Antrag Österreichs um 15.352 t auf 2,614.482 t erhöht. Diese Erhöhung ergibt sich aus den endgültigen Umwandlungen der Direktverkaufs-Referenzmengen im Umfang von 15.409 t und einer gleichzeitigen Umwandlung von A-Quoten (Anlieferungsquoten) in D-Quoten (für Direktvermarktung) im Umfang von 57 t. Alle Einzelbescheide, die endgültige Umwandlungen beinhalten, sind daher von der Europäischen Kom-mission bestätigt worden. Für das laufende Quotenjahr 2002/03 wurden insgesamt 7.298 Anträge gestellt. Unter Berücksichtigung des Kommissions-Beschlusses verbleiben vorläufige Umwandlungen in der Höhe von 18.538 t. Somit kann für das Quotenjahr 2002/03 von einer verfügbaren Anlieferungs-Referenzmenge von 2,633.020 t ausgegangen werden.

Von April 2002 (dem Beginn dieses Quotenjahres) bis Ende Februar 2003 wurden laut AMA 2,424.812 t Milch an die Abnehmer geliefert. Die mit der A-Quote vergleichbare fettkorrigierte Anlieferung betrug 2,490.282 t. Sie lag um 82.569 t über der Quotenlinie. Das entspricht bereits EUR 29,4 Mio. an Zusatzabgabe.

Überlieferung von 95.000 t erwartet

Unter Einbeziehung des noch verbleibenden Monats März geht die AMA für das gesamte Milchquotenjahr 2002/03 von einer fettkorrigierten Anlieferung im Umfang von rund 2,728.000 t aus. Verglichen mit der verfügbaren Referenzmenge von rund 2,633.000 t ergibt sich damit eine Überlieferung von etwa 95.000 t. Nachdem die Zusatzabgabe je kg überlieferter Milch mit EUR 0,35627 festgelegt ist, resultiert daraus eine gesamte Abgabe von EUR 33,8 Mio. für Österreich.

Belastung von 16,50 bis 17,50 Cent je kg

Für die einzelnen überliefernden Landwirte kann diese Abgabe noch durch Unterlieferungen anderer Bauern gemildert werden. Voraussichtlich wird die Summe der einzelbetrieblichen Unterlieferungen (inklusive nationaler Reserve) zwischen 100.000 und 110.000 t betragen. Daraus ergibt sich laut AMA eine Durchschnittsbelastung zwischen 16,50 und 17,50 Cent je kg. Dies entspricht etwas mehr als der Hälfte des aktuellen Erzeugermilchpreises.

Erzeugerpreise 2002 unter Vorjahreslinie, aber über BRD-Niveau

Laut Berechnungen der AMA zahlten die österreichischen Molkereien im Kalenderjahr 2002 durchschnittlich 31,54 Cent je kg Milch (ab Hof, natürlicher Fett- und Eiweißgehalt, ohne USt.). Das Vorjahresniveau von 33,28 Cent konnte damit nicht erreicht werden, gleichzeitig wurde der bayerische beziehungsweise der deutsche Durchschnittspreis übertroffen. Dieser lag (berechnet auf Basis 3,7% Fett und 3,4% Eiweiß) bei 29,50 Cent/kg, der österreichische Wert auf gleicher Basis bei 30,14 Cent.
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