Greenpeace-Protestaktion gegen Irakkrieg bei Esso-Zentrale in Wien

Ölkonzern Esso finanziert Kriegstreiber-Lobbys in den USA

Wien (OTS). - Mit einem 300 Quadratmeter großen Riesen-
Transparent
verdunkelten heute früh mehr als 30 Greenpeace-Aktivisten die Esso-Zentrale in der Wiener Argentinierstraße. Das Transparent trägt die Aufschrift "Krieg, Nein Tanke!". Die Aktivisten kletterten über die Dächer, seilten sich vier Meter ab und entrollten das Transparent vom Dach. Der Grund für diese Aktion gegen den Ölmulti ist die Rolle, die Esso im Hintergrund des drohenden Golfkriegs spielt. "Wir haben Franz Hartmann, den Generaldirektor von Esso Österreich, in einem offenen Brief zu einer Diskussion über die Verstrickungen des Ölkonzerns mit der US-Kriegspolitik eingeladen. Er wollte nicht kommen – deshalb kommen wir jetzt zu ihm", sagte Greenpeace-Sprecher Jurrien Westerhof.

Der Ölkonzern Esso wird nach Analysen der Deutschen Bank zu den Firmen gehören, die am meisten von einem Krieg im Irak profitieren werden. Auch finanziert Esso mehrere Lobbygruppen in den USA mit Hunderttausenden Dollars, die offen zu einem Krieg aufrufen. Dazu kommt, dass noch nie zuvor eine US-Regierung solche enge Beziehungen zur Ölwirtschaft gehabt hat und aus der Klimapolitik ist bekannt, wie groß der Einfluss von Esso im Weißen Haus ist. Kein anderer Ölkonzern hat die Wahl von US-Präsident Bush mit so viel Geld unterstützt wie der amerikanische Exxon-Konzern, der sich in Europa Esso nennt. Es hat bereits Gespräche der Konzernzentrale mit der US-Regierung über die Möglichkeiten im Irak nach einem Krieg gegeben. Auch die irakische Opposition wurde bereits zu diesem Thema kontaktiert.

Esso leugnet bisher, dass solche Kontakte stattgefunden haben,
sowie
die Firma auch noch immer den Zusammenhang zwischen ihren Produkten und dem Treibhauseffekt leugnet. "Im drohenden Krieg wird die wichtigste Beute aus dem irakischen Öl bestehen. Esso hat sich aktiv dafür eingesetzt, dass die USA vom Erdöl abhängig bleiben", so Greenpeace-Sprecher Jurrien Westerhof. "Deswegen ist Esso mitverantwortlich dafür, dass die US-Regierung glaubt, mit militärischen Mitteln ihre Macht im ölreichen Nahen Osten sichern zu müssen. "Greenpeace fordert deshalb die österreichischen Autofahrer auf, darüber nachzudenken, ob sie eine Firma unterstützen wollen, die massiv vom Krieg profitieren wird. Ich tanke auf jedem Fall nicht bei Esso!", so Westerhof.

Greenpeace ist gegen jeden Krieg, auch wenn er formell von der
UNO
sanktioniert wäre. Die Umweltorganisation ist auch für die schnelle und sicherste Vernichtung aller Massen-vernichtungswaffen, gleich ob sie im Besitz des Iraks, der USA oder sonst eines Staates stehen.

Rückfragen & Kontakt:

MMag. Franko Petri,
Pressesprecher Greenpeace,
tel. 01-5454580-29 od. 0676-5147246
Jurrien Westerhof,
tel. 01-5454580-57 oder 0664-6126701
Fotos von der Aktion sind bei Greenpeace
erhältlich,
Ingrid Fankhauser,
tel 01-5454580-58

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