FESTREDE VON NATIONALRATSPRÄSIDENT KHOL ZUM KUNSCHAK-PREIS 2003 Präsident Khol unterstreicht Aktualität der katholischen Soziallehre

Wien (PK) - Aus Anlass der heutigen Überreichung der Leopold Kunschak-Preise 2003 hielt Nationalratspräsident Andreas Khol
eine Festrede, die er mit herzlichen Glückwünschen an die Preisträger einleitete und sie daran erinnerte, dass der Leopold Kunschak-Preis der einzige österreichweite Preis für Leistungen auf dem Gebiet der Sozialwissenschaften darstellt. Besondere
Freude zeigte der Nationalratspräsident darüber, dass unter den diesjährigen Preisträgern sowohl Frauen und Männer am Zenit ihrer Schaffenskraft zu finden seien als auch junge Menschen, die am Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn stehen.

In den Mittelpunkt seiner Rede stellte Präsident Khol das Lebenswerk Leopold Kunschaks, des großen christlichsozialen Politikers, der kein Mann der Wissenschaft, sondern ein Mann der
Tat gewesen sei. Kunschak habe eine Antwort auf das Elend der Arbeiter in der Zeit des Liberalismus gesucht, sie in der katholischen Soziallehre gefunden und deren Ideen tatkräftig
durch die Gründung der christlichen Gewerkschaftsbewegung in Österreich umgesetzt. Dabei ging Khol auf das spannende
Verhältnis zwischen politischer Tat und Wissenschaft ein und
sagte, die Wissenschaft analysiere Zustände und Entscheidungen, zeige Folgen und Ursachen auf und entwickle alternative Lösungsmodelle. Die gewählten Politiker aber hätten zu entscheiden, welche der verschiedenen politischen Modelle in die
Tat umgesetzt werden. Denn es mache einen Unterschied, ob soziale Fragen nach liberalen, sozialistischen oder christlichsozialen Grundsätzen beantwortet werden. Leopold Kunschak habe sich für
die drei Prinzipien der Personalität, der Subsidiarität und der Solidarität entschieden, die Präsident Khol aus heutiger Sicht um den vierten Grundsatz der Nachhaltigkeit ergänzte.

Während der Marxismus mit wissenschaftlicher Genauigkeit in die Irre geführt habe, biete die katholische Soziallehre, der Leopold Kunschak folgte, einen breiten Rahmen für eine menschliche Gesellschaft. Die Aktualität der katholischen Soziallehre unterstrich Nationalratspräsident Andreas Khol abschließend,
indem er auf die neuen sozialen Fragen hinwies, die die
katholische Soziallehre gestellt habe und auf die sie Antworten suche: auf die Fragen der Behinderten, der Sterbenden und der Biotechnologie. Den Leopold Kunschak-Preisträgern 2003 wünschte der Nationalratspräsident ein herzliches "Glück auf" für ihre weitere Tätigkeit. (Schluss)

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