Amon: SPÖ und Grüne haben seit Jahren Stundenreduktion gefordert

Autonomie der Schulpartner durch Veränderungsmöglichkeiten hochhalten

Wien, 14. März 2003 (ÖVP-PK) "Es ist hinlänglich bekannt, dass unsere Schüler zeitlich sehr stark belastet sind und oft vierzig und mehr Stunden in der Woche in der Klasse sitzen", sagte heute, Freitag, ÖVP-Bildungssprecher Abg. z. NR Werner Amon bei einer Pressekonferenz in Wien. Trotz der geplanten Stundenreduktion werde die ÖVP sicherstellen, dass die allgemeine Wissensgrundlage der Schülerinnen und Schüler erhalten bleibe. Dies sei insbesondere vor dem Hintergrund der Vergleichbarkeit der Abschlüsse und den Anforderungen weiterführender Ausbildungswege wichtig. Unverständlich sei ihm, dass die Opposition derzeit den Vorwurf erhebe, dass die von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer angekündigte Stundenentlastung eine reine Sparmaßnahme sei. "SPÖ und Grüne haben eine Reduktion der Unterrichtsstunden seit Jahren gefordert", so Amon. ****

Derzeit würden die Stundentafeln und Lehrpläne von Experten im Bildungsministerium untersucht, die bis zum Beginn der Begutachtungsphase Ende des laufenden Monats subsidiäre Stundentafeln erstellen sollten. "Diese subsidiäre Stundentafeln sind Angebote an die Schulen. Es ist wichtig, die Autonomie der Schulpartner hochzuhalten. Sie sollen das letzte Wort haben", sagte Amon. So könnten Schulen, die beispielsweise Schwerpunktsetzungen durch die vorgeschlagenen Reduzierungen in Gefahr sähen, im Schulgemeinschaftsausschuss Veränderungen der subsidiären Stundentafeln beschließen. Nachdem ein Beschluss in dieser Frage nur mit Zweidrittelmehrheit in der jeweiligen Kurie (Eltern, Lehrer, Schüler) möglich sei, sei sichergestellt, dass die Schulpartner auf regionale und schulspezifische Besonderheiten Rücksicht nehmen könnten.

Der ÖVP-Bildungssprecher habe jedes Verständnis für die Aufregung in der Lehrerschaft, die durch die Ankündigung der Stundenentlastung ausgelöst worden sei, aber "Bildungsministerin Gehrer hat angekündigt, dass es durch die Stundenreduktion zu keinen Kündigungen kommen wird". Die Qualität des Unterrichts sei ja auch abhängig von der Motivation der Lehrerinnen und Lehrer, deshalb sei eine "gerechte Verteilung" der Unterrichtsstunden wichtig.

Im Lichte einer Flexibilisierung der Lebensarbeitszeit für Lehrer erwähnte Amon auch die Verlängerung der Sabbatical-Regelung, die es Lehrerinnen und Lehrern ermögliche, vier Jahre hindurch bei 80 Prozent der Bezüge mit voller Lehrverpflichtung zu unterrichten, um dafür anschließend ein Karenzjahr "zu Weiterbildungszwecken oder etwa für die Kinderbetreuung zu nützen".

Außerdem brachte der ÖVP-Bildungssprecher das Thema Nachmittagsbetreuung für Schülerinnen und Schüler auf, das "keine ideologische Frage sein" dürfe. Die ÖVP stehe einer Debatte offen gegenüber, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Frauenministerin Maria Rauch-Kallat eine Steigerung der Frauenerwerbsquote auf 65 Prozent anstrebe. "Man braucht hier flexible Modelle in den Schulen", sagte Amon. Insbesondere, "weil man heute nicht mehr vor der Wahl steht, ob die Schülerinnen und Schüler in der Schule oder zuhause von den Eltern betreut werden, sondern, weil man heute vor der Wahl steht, dass die Kinder in der Schule betreut werden oder alleine zuhause sind", schloss der ÖVP-Bildungssprecher.

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