Die ÖBB präsentieren den neuen Lok-Fahrsimulator LISA

Lernen unter "echten" Bedingungen Der neue "Locomotive Interactive Simulator for the Austrian Railways", kurz LISA-Fahrsimulator, ist derzeit weltweit der modernste seiner Art. Nach knapp zwei Jahren intensiver Marktstudien und Entwicklungszeit wird der neue Lok-Fahrsimulator heute dem Bildungszentrum St. Pölten/Wörth durch Verkehrsminister Gorbach und Generaldirektor vorm Walde offiziell übergeben. Generaldirektor vorm Walde zeigt sich beeindruckt von dem neuen Meilenstein der Lokführerausbildung. "Selbst lang gediente Lokführer vergessen während einer Fahrt mit dem Simulator dass sie nicht in einer echten Lok unterwegs sind. Aber der neue Fahrsimulator sichert nicht nur die effiziente und qualitative Ausbildung der Lokführer, durch den Kauf des Simulators kann mittelfristig der Aufwand an Ausbildungskosten und Traktionsenergie deutlich reduziert werden."

Verkehrminister Gorbach unterstreicht die Bedeutung von LISA: "Die erstklassige Triebfahrzeugführer Ausbildung der ÖBB und der neue Fahrsimulator kommen nicht nur den ÖBB Lokführern zugute. Heute sind bereits rund 7% der Absolventen des Bildungszentrums Triebfahrzeugführer anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen. Und diese Zahl ist im Steigen begriffen."

LISA - Fahren unter "echten" Bedingungen
Bei der Auftragsvergabe für den neuen Simulator haben die ÖBB einen Paradigmenwechsel vorgenommen. Während bei Simulatoren anderer Bahnen der Schwerpunkt auf Triebfahrzeugtechnik liegt, also überwiegend auf den technischen Aspekten einer Lok, ist LISA ein echter "Fahr"-Simulator.

Der Simulator ist so konzipiert, dass man auf dem Fahrersitz Bewegungen, wie Beschleunigung, Bremsen oder das Fahren über Weichen und in Kurven spüren kann und auch akustisch etwa das Passieren von Brückengeländern wahrnimmt. Optisch sorgen 3D-Darstellungen für eine naturgetreue Wiedergabe der Strecke, von unterschiedlichen Witterungsbedingungen bis hin zu verschiedenen Tageszeiten. Im Fahrsimulator sind 300km des österreichischen Netzes vorgefertigt, alle denkbaren Situationen können täuschend echt simuliert werden. Bevor ein Lokführer also erstmals einen richtigen Zug lenkt, hat er auf LISA bereits unzählige verschiedene Situationen gemeistert.

Energiesparendes Fahren und mehr Fahrgastkomfort
Das Training im Simulator konzentriert sich aber nicht nur auf außergewöhnliche Situationen, spezielle Funktionen des Simulators ermöglichen die genaue Analyse aller Maßnahmen des Lokführers während einer Zugfahrt. Mit dem "Energiesparmodul" werden energiesparende Fahrweisen erlernt, etwa durch das Rückspeisen von Energie oder durch das Rollenlassen eine Zuges. Mit dem "Zugdynamikmodell" werden die Zug- und Druckkräfte im gesamten Zugverband an jeder einzelnen Kupplungsstelle dargestellt. Dieses Tool wurde speziell für die Fahrten mit langen, schweren Zügen über Steigungen entwickelt und ist durch amerikanische und australische Universitäten validiert. Durch die im Simulator trainierten schonenden Fahrweisen werden im Echtbetrieb ein verbesserter Fahrgastkomfort und eine Senkung der Betriebskosten erzielt.

Effizientere Ausbildung durch den Einsatz von Technik
Durch den Simulatoreinsatz in der Triebfahrzeugführerausbildung kann die Ausbildungsqualität wesentlich gesteigert und gleichzeitig eine Verkürzung der Ausbildungszeit erreicht werden. Auch der Schulungsaufwand bei "Echt-Triebfahrzeugen" und "Echt-Schulungsfahrten" ist durch den Einsatz von LISA deutlich geringer. Es hat sich zudem gezeigt, dass durch das gezielte Training einer energiesparenden Fahrweise im Realbetrieb der Verbrauch von Traktionsenergie gesenkt werden kann.

Das Bildungszentrum St. Pölten - Wörth
Im Bildungszentrum werden jährlich zwischen 1300 und 1500 Triebfahrzeugführer, Fahrdienstleiter, Fachtechniker, Bahnmeister, Gleismeister usw. sowohl für die ÖBB als auch für andere Bahn- oder Bahnbautechnikunternehmen ausgebildet. Die Ausbildung eines Lokführers dauert insgesamt 48 Wochen, 11 Wochen davon verbringen angehende Triebfahrzeugführer aus ganz Österreich im Ausbildungszentrum Wörth.

Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original
Bild Service sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Wien, 14. März 2003

Rückfragen & Kontakt:

ÖBB Kommunikation
Pressestelle
Tel.: +43-1-93000-32233
Fax: +43-1-93000-25009
pressestelle@kom.oebb.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NBB0001