Österreichischer Tierschutzverein kritisiert Tiergarten Schönbrunn: Leidensdruck für Pandabären ist enorm!

Wien (OTS) - Um das Frühjahrsgeschäft anzukurbeln, "importiert" der Tiergarten Schönbrunn Pandabären aus China. Tier- und Artenschutzmotive spielen dabei keine Rolle. Die weite Reise und die Zoohaltung in Gefangenschaft wird enormen Leidensdruck bei den äußerst scheuen Tieren verursachen.

Pandabären sind stark vom Aussterben bedroht. Nur mehr rund 1.000 Exemplare gibt es davon weltweit. Sinnvolle Arterhaltungsprojekte versuchen die wesentliche Basis für sein Überleben zu schützen:
seinen natürlichen Lebensraum. Eine Haltung in Gefangenschaft ist besonders bei Pandabären abzulehnen. Auch die EU-Zoorichtlinie empfiehlt, auf die Haltung der sensiblen Tiere gänzlich zu verzichten.

Die Überstellung der Pandas aus China über 1.000e Kilometer bedeutet für die Wildtiere eine schreckliche Tortur. Da die Pandas nur ausgeborgt sind, wird ihnen dieses Schicksal, das vermutlich bleibende Verhaltensstörungen verursacht, auch ein zweites Mal nicht erspart bleiben. Schon allein diese Reise widerspricht dem vom Tiergarten als Motiv vorgeschobenen Tierschutzgedanken. Eine Steigerung der Besucherzahlen ist der logischere Beweggrund.

Die Pandabären werden unter den Bedingungen im Zoo leiden: Unter der räumlichen Beengtheit, dem Lärm der Besucher, fehlenden Rückzugsmöglichkeiten und vielem mehr. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Wildtiere aus eben diesen Gründen die natürliche Fortpflanzung in Gefangenschaft fast immer verweigern.

Interessant ist, dass sich auch die Artenschutzorganisation WWF, in einer APA-Aussendung vom 13.3.2003 (APA 310 5 CI 0232) zitiert, grundsätzlich gegen das Verleihen der Pandas ausspricht. Der Grund für die Akzeptanz im gegenständlichen Fall wird wohl eher darin zu finden sein, dass Tiergartendirektor Dr. Pechlaner gleichzeitig auch Präsident des WWF Österreich ist.

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