AKNÖ fordert mehr "Lebensschule" mit konsumentenpolitischer Erziehung in Schulen!

Zahl von jungen verschuldeten Menschen steigt rasant an.

Wien (AKNÖ) – Mit einem neuen Vorschlag zu den Plänen von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer, wöchentlich zwei Unterrichtsstunden zu streichen, lässt die Niederösterreichische Arbeiterkammer (AKNÖ) aufhorchen: Ist wirklich nur die Entlastung der Schüler der Grund für diese Maßnahme, so sollten diese beiden Stunden dazu benützt werden, den Schülern mehr Vorbereitung auf das Berufsleben unter Einbeziehung einer konsumentenpolitischen Erziehung nahe zu bringen.

Nutzen für den Alltag

Vereinzelt werden schon jetzt die AKNÖ-Konsumentenschutzexperten von engagierten LehrerInnen eingeladen, in ihren Unterrichtsstunden über Konsumentenschutz zu referieren. Günther La Garde, Leiter der Konsumentenschutzabteilung in der NÖ Arbeiterkammer, begrüßt diese Initiative und erzählt von den bisherigen Erfahrungen: "Von den SchülerInnen wurde das immer gerne angenommen. Aber nicht nur, weil da reguläre Stunden ausgefallen sind. Hier wurde ihnen ein Wissen vermittelt, dass sie im tagtäglichen Leben eins zu eins umsetzen können. Da geht es um Dinge, mit denen sie selbst konfrontiert werden, z.B. Moped- oder Autokauf, Mitgliedschaften in Fitnesstudios oder ab wann sie welche Geschäfte selbst abschließen dürfen." Für die AK-Experten stellt dieses Wissen einen wichtigen Schritt dar, um die SchülerInnen und Lehrlinge vor einer eventuellen Schuldnerkarriere zu bewahren. Mit Kredit- und Kundenkarten mit Kreditkartenfunktion wird ein erster Grundstein gelegt. Ebenso problematisch ist es, dass Jugendliche über 17 Jahre wöchentlich bis zu 400 Euro vom Bankomaten beheben können, wenn sie über ein regelmäßiges Einkommen verfügen. Die Erfahrungen der AK-Konsumentenschützer zeigen, dass für die jungen Verbraucher ein überzogenes Konto nichts ungewöhnliches ist und dass auch einige die Möglichkeit nutzen, Sachen auf Pump zu kaufen. Dass sie, wenn sie in Zahlungsschwierigkeiten geraten, auf sogenannten schwarzen Listen von Banken und Unternehmen landen, ist ihnen nicht bewusst. Ebenso wenig, dass sie mit einem derartigen Eintrag im tagtäglichen Leben mit Schwierigkeiten zu rechnen haben, z.B. bei diversen Vertragsabschlüssen.

Erschütternde Zahlen untermauern die Forderung nach einer Konsumentenschutzerziehung in der Schule. Über 27.000 junge Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren finden sich auf der Warenkreditevidenzliste, wo Konsumenten eingetragen werden, die in Zahlungsschwierigkeiten mit Unternehmen gekommen sind. AKNÖ-Präsident Josef Staudinger ist erschüttert, wenn er daran denkt, dass vielen junge Menschen – bevor sie überhaupt noch eigenes Geld verdienen – schon mit Schulden von über 25.000 Euro belastet sind. Schulden, die sie möglicherweise ein ganzes Leben lang mit sich herumschleppen müssen. Staudinger würde sich generell eine umfassende Vorbereitung auf das Berufsleben in den Schulen wünschen, in deren Rahmen einer der Schwerpunkte in der Konsumentenschutzerziehung gesetzt werden müsste.

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