Textilindustrie: Gewerkschaften erreichen 1000 Euro Mindestlohn

Kollektivvertrag 2003 für die österreichische Textilindustrie abgeschlossen

Wien (GMT, GPA/ÖGB) Am 13. März 2003 haben die Gewerkschaft Metall - Textil (GMT) und die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) mit den Arbeitgebervertretern der Textilindustrie einen neuen Kollektivvertrag für die rund 20.400 Beschäftigten der Branche abgeschlossen.++++

GMT und GPA haben die Verhandlungen wieder gemeinsam geführt. Der Abschluss belegt aus Sicht der Verhandlungsteams, dass die Zusammenarbeit die Interessenvertretung und Interessendurchsetzung im Sinne der Beschäftigten ein gutes Stück weiter bringt.

Die Gewerkschaften konnten folgenden Abschluss erreichen: Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und -gehälter werden um 2,1 Prozent erhöht, die Ist-Löhne und -gehälter steigen um 1,9 Prozent. Im Rahmenrecht haben GPA und GMT weitere Verbesserungen durchgesetzt:
- Rücktrittsmöglichkeit von einem Monat bei Übertritt in eine Mitarbeitervorsorgekasse
- Kündigungsfrist steigt für ArbeiterInnen nach 10 Dienstjahren auf 4 Wochen
- Kilometergeldregelung für Angestellte verbessert
- Der Kollektivvertrag tritt am 1. April 2003 in Kraft.

Verbesserte Nachtarbeit, 1000 Euro Mindestlohn

"Für die Nachtarbeit haben wir verbesserte Regelungen für Männer und Frauen vereinbart", sagt Karl Proyer, Verhandlungsleiter der GPA. "Es gilt nun die gleiche Rahmenrechtsregelung über die Nachtarbeit wie beispielsweise in der Metallindustrie. Das bringt den Männern und Frauen, die in der Nacht arbeiten, ergänzend zu den gesetzlichen Regelungen weitere rahmenrechtliche Verbesserungen."

"Mit dem gestrigen Verhandlungsabschluss haben wir für die Kolleginnen und Kollegen der Textilindustrie 1000 Euro Mindestlohn durchgesetzt", sagt Karl Haas, Verhandlungsleiter der GMT. "Das zeigt, dass starke Gewerkschaften mit starken BetriebsrätInnen und mit fundierten Kenntnissen der jeweiligen Branchen viel erreichen können."

ÖGB, 14. März 2003
Nr. 165

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