ÖAMTC: Druck von Truckern muss genommen werden

Bessere rechtliche Absicherung und Ausbildung für Lenker notwendig

Wien (ÖAMTC-Presse) - "Lkw-Fahrer stehen unter besonderem Druck sowohl von Seiten des Arbeitgebers als auch unter dem, der zu beliefernden Kunden. Außerdem fehlen ausreichende rechtliche Absicherung und Ausbildung", erläutert ÖAMTC-Verkehrstechniker Roman Michalek. Denn 95 Prozent aller Unfälle mit Lkw-Beteiligung werden durch menschliches Versagen von den verschiedensten Verkehrsteilnehmern ausgelöst.

Nachdem der Mensch im Vordergrund der ÖAMTC-Initiative "Sicherer Schwerverkehr" steht, fordert der Club Maßnahmen: Erstens in Anlehnung an die Mehrphasen-Fahrausbildung für Pkw-Fahrer, soll auch eine mehrstufige Berufskraftfahrer-Ausbildung kommen. Der ÖAMTC setzt sich deshalb für die rasche Umsetzung einer entsprechenden EU-Richtlinie ein. Zweitens ist für den Club die Ladungssicherung als Bestandteil der Ausbildung ebenso notwendig. Der Lenker soll in der Lage sein, konkrete Anweisungen zur Lastenverteilung geben zu können.

Arbeitgeber profitieren, wenn ihre Lenker durch Fahrsicherheitstrainings geschult werden. Schließlich halbieren sich die Unfall-Folgekosten, wie etwa Schäden an Fahrzeugen oder Krankenstände, wenn Lenker im Umgang mit Extremsituationen geschult sind. Das untermauern auch die Erfahrungswerte der Instruktoren in den ÖAMTC-Fahrsicherheitszentren.

"Bei Verstößen gegen die Ruhezeiten muss gehandelt werden", fordert Michalek. Für den Club kann es nämlich nicht sein, dass alle Übertretungen der Tageslenk- und Ruhezeiten nur dem Lenker angelastet werden. Doch selbst die für 2004 geplante und verpflichtende Einführung elektronischer Tachografen geht dem Clubexperten nicht weit genug. "Zwar sollen die Tachografen die bessere Kontrolle der Lenk- und Ruhezeiten ermöglichen, doch gibt es derzeit keine Nachrüstungs-Verpflichtung für ältere Lkw. Diese muss aber für alle Brummis kommen."

Spannungsfeld zwischen Lkw- und Pkw-Lenkern entschärfen

Untersuchungen belegen: Jeder zehnte Unfall mit Lkw-Beteiligung im hochrangigen Straßennetz wurde durch ein unvorhergesehenes Verhalten eines anderen Verkehrsteilnehmers ausgelöst. Pkw-Fahrer müssen berücksichtigen, dass Lkw beispielsweise andere Beschleunigungswege und -zeiten und aufgrund der mitgeführten Last andere Bremswege haben. Michalek appelliert deshalb an das Verständnis aller Verkehrsteilnehmer, um mehr Rücksicht im Straßenverkehr: "Schließlich lässt sich ein 40-Tonner nicht so leicht abbremsen, wenn ein Pkw abrupt die Spur wechselt." Abschließend fordert der Club, dass der Ausbau von zusätzlichen Fahrstreifen auf Abschnitten mit besonders hohem Lkw-Anteil forciert werden soll.

(Schluss)
ÖAMTC Pressestelle/Sieglinde Ferchner

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Pressestelle
Tel.: (01) 711 99-1218

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001