Frühjahrsputz in Startlöchern - Vorsicht Verletzungsgefahr!

35.700 Menschen landen nach Unfällen bei der Hausarbeit im Spital. "Sicher Leben" warnt vor Verletzungsgefahr beim Putzen

Wien (OTS) - Wenn die ersten Frühlingssonnenstrahlen nicht nur die Herzen Wintermüder erwärmen, sondern gnadenlos trübe Fenster und entlegene (Staub)Winkel entlarven, dann ist der alljährliche Frühjahrsputz angesagt. Das Institut "Sicher Leben" warnt allerdings allzu eifrige Putzteufel vor Verletzungsgefahr. Stürze von der Leiter oder vom wackeligen Sessel passieren nur zu oft, wie die Zahlen zeigen. 35.700 Menschen mussten im Jahr 2001 nach Unfällen bei der Hausarbeit ins Spital, 20.900 davon verletzten sich beim Putzen und Reinigen ("Sicher Leben", Freizeitunfallstatistik 2001).

Hausputz: Frauensache!

Der Hausputz ist offenbar nach wie vor Frauensache: 72 Prozent der in Spitälern behandelten Patienten, die sich beim Saubermachen verletzten, sind Frauen, 28 Prozent Männer. Vor allem ältere Frauen haben häufiger Unfälle - 31 Prozent sind über 60 Jahre. Knochenbrüche - vor allem an Handgelenk, Fußknöchel oder Brustkorb - nehmen mit 32 Prozent bei den Verletzungen den absoluten Spitzenplatz ein, gefolgt von offenen Wunden an Finger, Hand oder Schädel (22 %) sowie Quetschungen und Prellungen (19 %). Stürze von Leitern, aber auch von Klapp- und Drehsesseln, Hockern oder ähnlich instabilen Aufstiegshilfen, sind besonders gefährlich.

Warnung vor "alten Holzmonstern"

Beim Vorhänge aufhängen von der Leiter gefallen? Beim Fensterputzen mit dem Sessel umgekippt und zu Boden gestürzt? Besonders wichtig ist die richtige Ausrüstung. Dr. Rupert Kisser, Leiter des Instituts "Sicher Leben" , warnt vor der Verwendung schadhafter Leitern:
"Sorgen Sie für eine ordentliche Leiter und sparen Sie nicht bei der Auswahl! 'Alte Holzmonster‘ sind schwer und werden deshalb ungern verwendet. Werden sie verwendet, verursachen sie Unfälle, weil sie wackeln. Eine Haushaltsleiter muss leicht sein, am besten aus Aluminium, breite rutschfeste Stufen und Standfüße haben, eine fixe Spreizsicherung, eine Ablagemöglichkeit und die richtige Höhe besitzen. Steigt man mit Holzpantoffeln, Schlapfen oder Socken auf eine Leiter, sind Stürze oft vorprogrammiert".

Zeit einplanen!

Auch die Arbeit im Haushalt bedarf der Planung. Eile und Unkonzentriertheit sind fehl am Platz. "Sicher Leben" rät zu großzügiger Zeiteinteilung und zur Aufteilung der Arbeit auf mehrere Tage. Vor allem beim Reinigen der Fenster ist Vorsicht gefragt: Am besten putzt man von der Rauminnenseite und verwendet einen Teleskopreiniger mit Stiel, Schwamm und Gummischaber. Als Aufstiegshilfe ist der Stufenhocker optimal. Kisser: "Ich empfehle vor allem älteren Leuten, für das Putzen der Fenster professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auch Reinigungsfirmen sind häufig eine günstige Alternative. Vorsicht auch beim Heben und Tragen! So mancher Hexenschuss ließe sich vermeiden, wenn einfache Regeln beachtet würden: Alles mit senkrechtem Rücken nahe am Körper hochheben, in die Knie gehen, Eimer nur halb anfüllen - dann kanns losgehen!"

Kleiner Putz-Knigge:

  • Arbeit einteilen, keine Hektik, Pausen einlegen
  • Rutschsichere, flache Schuhe und bequeme, zweckmäßige Kleidung tragen, keine Schlapfen
  • Standsichere Leitern verwenden und nicht mit Tisch und Sessel improvisieren
  • Fenster nur aus dem Zimmer heraus reinigen, die Außenseite der Fensterbank ist als Plattform tabu
  • Putzgeräte so hinstellen, dass sie nicht zur Stolperfalle werden
  • Schwere Lasten direkt am Körper heben, nicht einseitig schwer tragen
  • Vorsicht bei nassen Fußböden - Rutschgefahr!

Rückfragen & Kontakt:

Institut Sicher Leben
Mag. Gabriele Hinterkörner
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71 770/161

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