"Neues Volksblatt" Kommentar: "Minister a. D." (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 14. März 2003

Linz (OTS) - =

Minister, die bei vollen Bezügen spazieren gehen -
diese Schlagzeile geht so richtig ins Ohr. Deshalb findet sie jetzt auch genüsslich ihren Niederschlag in manchen Medien. Parteipolitiker sollten sich aber eher zurückhalten, wenn sie jetzt besserwisserisch nach anderen Lösungen rufen. Denn immerhin wurde die derzeitige Regelung nicht nur von der ÖVP, sondern auch von SPÖ und Grünen mitbeschlossen. Es lassen sich leicht ehemalige SPÖ-Minister aufzählen, die von der Regelung profitiert haben. Die Einzigen, die seinerzeit dagegen waren, kamen aus der angeblichen Partei des "kleinen Mannes". Und ausgerechnet FPÖ-Minister gehen jetzt mit vollen Bezügen "spazieren". Wobei im Gegensatz zu Reichhold Frau Riess-Passer seit September wusste, dass sie sich um einen neuen Job umsehen muss. Bei ihr hält sich das Verständnis in Grenzen. Aber grundsätzlich gilt für alle: Minister haben während ihrer Amtszeit unabhängig zu sein. Schielen sie permanent nach lukrativen Absprungmöglichkeiten, geraten sie schnell in Korruptionsverdacht. Besser ein Ex-Minister, der einige Zeit gut versorgt spazierengeht, als ein amtierender Minister, der überall seine Finger drinnen hat. Das Kraut des Budgets macht es übrigens auch nicht mehr fett, wenn Ex-Minister stempeln gehen müssen.

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