Jarolim zu Gehrer: Juristenausbildung in Gefahr

Wien (SK) SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim kritisierte am Donnerstag in einer Pressekonferenz und gegenüber dem Pressedienst der SPÖ die Hochschul- und Schulpolitik von Bildungs- und Wissenschaftsministerin Elisabeth Gehrer. "Hier wurden Schritte gesetzt, wo man sich eigentlich nur mit Grauen abwenden kann", erklärte er in Bezug auf die teils äußerst rechtslastige Zusammensetzung der Universitätsräte. Die Kürzung des schulischen Englischunterrichts führt zu der Meinung Jarolims, dass jemand, der dafür verantwortlich ist, "eigentlich nichts verloren hat auf diesem Posten". Vor allem aber habe Jarolim Bedenken bezüglich der Juristenausbildung. ****

Der SPÖ-Justizsprecher möchte einen besseren Praxisbezug beim Jus-Studium und verweist auf das deutsche Modell, das bereits im Studium die Absolvierung eines Praktikums in einer Behörde oder einer Anwaltskanzlei vorsieht.

Auch ortet Jarolim Mängel am Wiener Juridicum. So gäbe es keine ausreichenden Seminarplätze; keine studentengerechten Lehrveranstaltungen zur Absolvierung des verpflichtenden EDV-Nachweises (solche werden privat angeboten und auch anerkannt, während das universitätseigene Angebot nicht den Bedürfnissen der StudentInnen entspricht); einen dramatischen Mangel an Pflichtübungen (durch die Abschaffung der schriftlichen Diplomprüfung aus Strafrecht und die Einführung der verpflichtenden Teilnahme an einer Strafrechtspflichtübung). Auch gebe es am Dekanat zu kurze Öffnungszeiten: "Trotz Studiengebühren und dem Versprechen, die Administration zu verbessern, wurde diesbezüglich nichts getan", monierte Jarolim.

Weiters wünschte sich Jarolim für die StudentInnen die Möglichkeit der Heimleihe von Gesetzestexten und die Ausweitung der Öffnungszeiten der Fakultäts- und Instituts-Bibliotheken. (Schluss) wf

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