Wlodkowski: Versicherung gegen Wetterextreme immer wichtiger

Im Jahr 2002 Schäden in Millionenhöhe in der steirischen Landwirtschaft

Wien (AIZ) - "Die Folgen des Klimawandels treffen die
Landwirtschaft am stärksten. Die Wetterextreme wie Trockenheit, Stürme und Überschwemmungen wiederholen sich in immer kürzeren Abständen", erklärte heute der Präsident der steirischen Landwirtschaftskammer, Gerhard Wlodkowski. Im vergangenen Jahr richteten Hagel, Überschwemmungen und Stürme in der steirischen Land-und Forstwirtschaft Schäden in Millionenhöhe an. "Die Anzahl der Entschädigungen stieg um mehr als 56%, insgesamt wurden rund EUR 7,3 Mio. an die versicherten steirischen Landwirte ausbezahlt. Bundesweit wurden EUR 33,9 Mio. an Entschädigungen geleistet, das entspricht einer Steigerung um mehr als 107%", berichtete der Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Hagelversicherung, Kurt Weinberger. Diese Zahlen würden beweisen, dass aktives Risikomanagement für die Landwirte immer wichtiger werde, erklärten Wlodkowski und Weinberger.

40.000 ha landwirtschaftliche Fläche durch Hagel geschädigt

Insgesamt langten im Jahr 2002 aus der Steiermark 3.239 Schadensmeldungen bei der Hagelversicherung ein. In Summe wurden in der Hagelsaison in dem Bundesland mehr als 40.000 ha landwirtschaftliche Fläche durch Hagel geschädigt. Weiters reduzierten schwere Trockenschäden die Maiserträge zum Teil auf unter 3.000 kg je ha, Einbußen durch Dürre gab es auch bei Kürbisflächen. Schwere Überschwemmungsschäden im Mur- und Ennstal verursachten im August auf tausenden Hektar Grünland fast durchwegs Totalschäden. In der gesamten Steiermark wurden Auswinterungsschäden registriert, bei rund 1.000 Betrieben war ein Wiederanbau von Wintergerste notwendig.

Der Trend zur umfassenden Mehrgefahrenversicherung, die neben Hagel unter anderem auch Elementarrisken wie Frost, Trockenheit, Auswuchs, tierische Schädliche oder Überschwemmungen abdeckt, hielt im Vorjahr auch in der Steiermark an. Mittlerweile sind bereits mehr als 77% der steirischen Ackerfläche hagelversichert und davon knapp 50% gegen mehrere Gefahren. Damit sind die steirischen Landwirte bei der Risikovorsorge bundesweit führend. Die Versicherungssumme - also jene Summe, für die die Hagelversicherung haftet - stieg um mehr als 3% auf EUR 311 Mio. Gut angenommen wird auch das neu angebotene Grünland-Paket, das auch Verluste durch Todesfälle bei weiblichen Rindern (inklusive Totgeburten) ersetzt.

"Die Wissenschaft bestätigt den voranschreitenden Klimawandel. Im Intergovernmental Panel on Climate Change-Bericht wird ein weiterer Anstieg der durchschnittlichen Temperaturen um bis zu 5,8 Grad in den kommenden 100 Jahren erwartet. Das bedeutet, dass immer größere Wetterkatastrophen in immer kürzeren Abständen auftreten werden", betonte Wlodkowski. Die Landwirtschaft sei von dieser Entwicklung besonders betroffen, weil die Kulturen den Wetterkapriolen hilflos ausgesetzt seien. "Deshalb wird die Risikovorsorge im agrarischen Bereich immer wichtiger. Sie leistet einen entscheidenden Beitrag, damit die Bauernhöfe eventuelle Schäden wirtschaftlich auch verkraften können", stellte der Präsident fest. Es sei erfreulich, dass auch in der Steiermark der Versicherungsgrad ständig steige. (Schluss) kam

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