Familienbund begrüßt Besserstellungen für Familien im Regierungsprogramm

- Anrechnung der Kindererziehungszeiten weiter ausbauen - Kinderreiche Familien von Selbstbehalten ausnehmen

Linz (OTS) - Eine Reihe von positiven Punkten für die Familien sieht der Österr. Familienbund laut Präs. LAbg. Mag. Otto Gumpinger im neuen Regierungsprogramm und tritt damit jüngsten negativen Stellungnahmen entgegen.

Dabei muss laut Gumpinger beachtet werden, dass es in der vergangenen Legislaturperiode den milliardenschweren familienpolitischen Meilenstein Kinderbetreuungsgeld gegeben hat, der jetzt durchfinanziert werden muss.

Folgende Punkte im Regierungsprogramm bringen den Familien wesentliche Besserstellungen:

  • Anhebung der pensionsbegründenden Ersatzzeiten von 18 auf 24 Monate pro Kind
  • Anspruch auf Teilzeit für Eltern bis zum Schuleintritt
  • Zuschläge zum Kinderbetreuungsgeld bei Mehrlingsgeburten
  • Ausbau der Familienberatungsstellen zu Familienkompetenzzentren
  • Angebote zur Qualifikation und Ausbildung zwecks Wiedereinstiegs während und nach der Karenz
  • Gewährung der Familienbeihilfe während des Freiwilligen Sozialen Jahres
  • UNI Studienbeiträge für Berufstätige abschreibbar machen
  • Sicherung der Ersatzzeiten in der Pensionsversicherung: Arbeitslose, die mangels Notlage keine Notstandshilfe erhalten, bekommen für die Dauer der Erfüllung der sonstigen Voraussetzungen für die Notstandshilfe eine Ersatzzeit in der Pensionsversicherung. (Kommentar: Viele Frauen - Mütter-, die ihre Arbeit verlieren erhalten wegen des Einkommens ihres Mannes
  • Familieneinkommen zählt - keine Notstandshilfe nach dem Bezug des

Arbeitslosgeldes und verlieren derzeit diesen Zeitraum auch als Ersatzzeit für die Pensionsversicherung)
- Anspruch auf eine Mindestpension in der Höhe des Ausgleichszulagenrichtsatzes auch für jene, die bisher keinen Pensionsanspruch hatten und Sozialhilfe beziehen mussten. (Kommentar: Die größte Gruppe der Sozialhilfebezieher in Österreich sind geschiedene Frauen über 50, die meist beim Scheidungsvergleich auf den Unterhalt verzichtet haben und deshalb vielfach auch ohne Pensionsvorsorge dastehen. Sie müssen derzeit mit der Sozialhilfe als Fürsorgeleistung auskommen)

Für den Familienbund wäre eine Anhebung der Anrechnung der Kindererziehungszeiten über die geplanten 24 Monate hinaus und auch auf einer höheren fiktiven Beitragsgrundlage sehr vordringlich. Gerade bei Personen mit Familienpausen im Erwerbsleben, also bei Müttern, greift die Erhöhung des Durchrechnungszeitraumes bei der Pensionsbemessung besonders stark. Ihre Erziehungsleistung führt damit noch stärker als bisher zur Reduzierung ihrer eigenen Pension, während ihre Kinder die oft höheren Pensionen jener finanzieren müssen, die keine oder weniger Sorgepflichten hatten. Diese Ungerechtigkeit sollte durch eine Ausdehnung der Anrechnung der Kindererziehungszeiten stärker ausgeglichen werden, so Gumpinger.

Hinsichtlich der Selbstbehalte geht es Gumpinger darum, dass kinderreiche Familien durch sozial gestaffelte Ausnahmeregelungen nicht unter die Räder kommen.

Rückfragen & Kontakt:

Österr. Familienbund
Mag. Otto Gumpinger
Tel.: 0664/225 27 75

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FAM0001