FORMAT: KPMG-Prüfung erhärtet Verdacht auf Umsatzmanipulationen bei EMTS

Hotel-Pay-TV-Rechnungen verschlangen 100.000 Euro

Wien (OTS) - Ein 400 Seiten umfassender Rohbericht der
renommierten Wirtschaftsprüfungskanzlei KPMG erhärtet den Verdacht auf haarsträubende Mißstände beim Management des von der Pleite bedrohten Salzburger Handydienstleisters EMTS. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.

KPMG-Prüfer Gert Weidinger präsentierte in der EMTS-Aufsichtsratssitzung am Dienstag dieser Woche die Ergebnisse der Anfang Februar eingeleiteten Sonderprüfung. Darin werden gegen den EMTS-Gründer Franz Guggenberger, sowie die Ex-Vorstände Marcel Eichmann und Christian Roitinger schwere Vorwürfe wegen Umsatzmanipulationen erhoben, was diese verhement bestreiten. So soll Eichmann das Schönen der Schweizer EMTS-Zahlen seinen Mitarbeitern 2001 persönlich angeordnet haben, was E-Mails und Tonbandmitschnitte belegen. Zudem sollen Tochtergesellschaften viel zu teuer gekauft worden sein.

Für besondere Aufmerksamkeit sorgten die enormen Spesendeputate der ehemaligen EMTS-Manager: Die KPMG-Prüfer kritisieren dabei etwa die als Geschäftsreise deklarierte private Nutzung des Firmenjets (monatliche Leasingrate 27.000 Euro): So jetteten Guggenberger und Aufsichtsratsschef Thomas Lenzinger zum Champions-League-Finale Bayer Leverkusen gegen Real Madrid nach Glasgow. Zudem fanden die KPMG-Prüfer nach Durchsicht der Spesenrechnungen heraus, daß die Vorstände in den vergangenen drei Jahren bei ihren Hotelübernachtungen auch Pay-TV-Rechnungen im Gesamtbetrag von beinahe 100.000 Euro angesammelt hatten.

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