VP-Strobl: Reformbedarf im Schulbereich bestätigt

Außerschulische Ergänzung keine Lösung

Wien (VP-Klub): Wie jüngst veröffentlichte Studien zeigen, verlässt sich Schule zu sehr bzw. zunehmend auf außerschulische Ergänzung. Der Bildungssprecher der Wiener ÖVP, Prof. Walter Strobl, sieht darin die Gefahr einer neuen sozialen Schere bestätigt: "Schüler, deren Eltern nicht helfen können oder die sich keine Nachhilfe leisten können, bleiben zunehmend auf der Strecke."****

Strobl warnte allerdings vor einer Verallgemeinerung. Gerade in Wien gibt es einen überdurchschnittlichen Drang in die AHS-Unterstufe. Dort scheiden dann im Laufe der 8 Schuljahre - das zeigen die statistischen Daten - rund 50% der Schüler wieder aus. 1993/94 besuchten in Wien 8013 Schüler eine erste Klasse der AHS. 2001 maturierten dann genau 4083 Schüler an der AHS. Sehr oft wird mit allen Mitteln versucht, vor allem durch massiven Nachhilfeunterricht, doch irgendwie zumindest einen positiven Schulabschluss an der AHS zu schaffen. Ca 20-25% schaffen allerdings keine Matura. Unabhängig davon ortet Strobl insgesamt ein stärkeres Abschieben von schulischen Aufgaben und klassisch unterrichtlicher Tätigkeiten in den außerschulischen Bereich. Diese Entwicklung ist dringend zu hinterfragen, betonte der ÖVP-Bildungssprecher. Derzeit liegt nach aktuellen Untersuchungen von Universitäts-Prof. Spiel die häusliche Belastung pro Woche in der Volksschule bei 7 Stunden, der Hauptschule bei 9 Stunden, AHS-Unterstufe bei 9,5 Stunden, AHS-Oberstufe 10,5 Stunden und bei der BHMS bei 10,5 Stunden.

Gesamtbelastung ist zu hoch

Das gibt eine Streuungsbreite von wöchentlichen Gesamtbelastungen zwischen rund 38 Stunden in der Volksschule, rund 52 Stunden bei der AHS und fast 62 Stunden bei der BHMS. Mit diesen Stundenausmaßen liegen wir im Spitzenbereich der OECD. Diese Belastungen sind dringend zu hinterfragen, betonte der ÖVP-Bildungspolitiker. Hier sind sowohl methodisch-didaktische Grundkonzeptionen in der Lehrtätigkeit als auch die Frage nach modernen Unterrichtsformen und die Bedeutung von Lehrplaninhalten zu prüfen. Vor allem müssen wir die Frage stellen, warum das alles trotz einer hohen Unterrichtsstundenzahl der Schüler so ist und nicht besser funktioniert. Strobl begrüßte ausdrücklich die Absicht von BM Gehrer dazu eine Kommission zur Analyse der Lehrinhalte einzurichten. "In dieser Kommission müssen auch Fragen der Lehrerausbildung und -fortbildung diskutiert werden", verlangt
Strobl abschließend.(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien
Tel.: (++43-1) 4000 / 81 913
Fax: (++43-1) 4000 / 99 819 60
presse@oevp.wien.at
http://www.oevp-wien.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPR0001