Prammer: "Traditionelle Rollenbilder überwinden"

SPÖ-Vorschlag Ganztagsschule von ÖVP-Gehrer "nicht einmal ignoriert"

Wien (SK) Um traditionelle Rollenbilder zu überwinden, habe man "noch alle Hände voll zu tun", sagte Barbara Prammer, Vorsitzende der SPÖ-Frauen am Mittwoch bei einer BSA-Diskussion zum Thema "geschlechtsspezifische Erziehung". Die Rollenbilder seien "noch immer fest in den gesellschaftlichen Strukturen verankert", so Prammer weiter. Ein wesentlicher Ansatzpunkt sei der Unterricht. Prammer wiederholte dabei auch die Wichtigkeit von Ganztagsschulen -ein SPÖ-Anliegen, das Unterrichtsministerin Gehrer bei den Sondierungsgesprächen "nicht einmal ignoriert" habe.****

Die derzeitige Regierungspolitik sei in frauenspezifischen Dingen eine "Katastrophe". Nach dem Aufbruch in den siebziger Jahren sei der Trend im heutigen Österreich ein anderer: "Wir leben in einem sehr konservativen Land", so Prammer. Das spiegle sich unter anderem in den Bereichen Familienrecht, Arbeitsrecht, Einkommensstruktur und in der Berufswahl nieder, die in Österreich "wie vor zweihundert Jahren" seien. Die schwarz-blaue Frauenpolitik fördere die Abhängigkeit von Frauen: "Es gibt eine Lebensform - die heißt Ehe. Wer sich nicht unterordnet, bekommt keine Unterstützung".

"Bildungspolitik ist der Schlüssel für Chancengleichheit", sagte Prammer, aber es müsse auch anderswo angesetzt werden, um zur Geschlechtergerechtigkeit zu kommen. Ein wesentlicher Punkt sei hier die Lehrerausbildung. Es gehe dabei nicht nur um Mädchenförderung -gefördert werden müssten beide Geschlechter. Wesentlich sei "das Überdenken der Koedukation hin zu mehr Flexibilität, um gezielte Geschlechterförderung zu betreiben". Schwerpunkt müsse hier das Thema "soziales Lernen" sein. (Schluss)bm

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