Glawischnig: Petition zum Fortbestand von Radio Agora & Radio dva

OTS (Wien) - Die Kultursprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, und die Kultursprecherin der SPÖ, Christine Muttonen, übergeben heute gemeinsam mit VertreterInnen von Radio Agora und Radio dva eine Petition an Nationalratspräsident Andreas Khol, mit der dringlichen Aufforderung den Weiterbestand der beiden Hörfunkprogramme zu gewährleisten.

Anbei die Petition im Wortlaut:
Die slowenischsprachigen und slowenisch-/deutschsprachigen Hörfunkprogramme von RADIO DVA und RADIO AGORA, ausgestrahlt auf der gemeinsamen Frequenz 105,5 MHz, zählen zweifellos zu den bedeutendsten Errungenschaften der Kärntner Medienlandschaft. Die Präsenz der Volksgruppensprache Slowenisch im öffentlichen Raum bedarf einer besonderen Förderung und eines besonderen Schutzes, da die zahlenmäßige Größe einer jeden Volksgruppe es ihr nicht erlaubt, in allen Alltagsbereichen aus eigener Kraft präsent zu sein.
Die beiden Radiostationen gewährleisten die Präsenz der slowenischen Sprache in zweifacher Hinsicht: Zwölf Stunden des Programms richten sich direkt an die Volksgruppe und erfüllen die Notwendigkeit und den gesetzlich verankerten Anspruch auf eigene Medien in der Muttersprache. Die anderen zwölf Stunden greifen die in Europa zunehmend anerkannte und angestrebte Zweisprachigkeit als Bildungsgut auf und bauen mit der Ausstrahlung eines slowenisch-/deutschsprachigen Programms größere wechselseitige Achtung und Beachtung beider in Kärnten lebenden Volksgruppen auf. Die Radioprogramme von AGORA und RADIO DVA fördern darüber hinaus den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie tragen zu einem besseren gegenseitigen Verständnis der Kulturen bei, fungieren als Bildungs-und Ausbildungsträger und gewährleisten Medienvielfalt und freie, unabhängige Meinungsbildung.
Mit meiner Unterschrift befürworte ich den Weiterbestand von RADIO AGORA und RADIO DVA und fordere Sie auf, rasch eine Entscheidung zu treffen, um die Schließung der beiden Sender mit 31. 12. 2002 abzuwenden und den Fortbestand der beiden Radiosender langfristig sicherzustellen (Originaltext der Unterschriftenliste).

Der Bundeskanzler wird aufgefordert:
1. Die Medienvielfalt für Minderheiten in Kärnten zu erhalten und ein 24-stündiges slowenisches und zweisprachiges Hörfunkangebot sicherzustellen. Besonders sorgfältig ist darauf zu achten, dass der Übergang von den bisherigen zu den neuen Vereinbarungen zur Finanzierung des Hörfunks die bestehenden Programme nicht gefährdet. 2. Auch für die anderen autochthonen Volksgruppen ein angemessenes Hörfunkangebot sicherzustellen.
3. Eine Fortführung der ORF-Kooperation mit Radio Agora und Radio dva mit einem zwölfstündigen slowenischsprachigen Flächenprogramm und einem zwölfstündigen slowenisch-/deutschsprachigen freien Hörfunkprogramm unter Anrechnung auf den "erweiterten" Programmauftrag des ORF zu unterstützen.
4. Den Fortbestand von Radio Agora und Radio dva durch eine langfristige und dauerhafte gleichberechtigte Basisfinanzierung der beiden privaten Radiobetreiber (Radio Agora und Radio dva) durch den Bund zu gewährleisten bzw. dem ORF dafür neue zweckgebundene Finanzierungen zu ermöglichen, um die Fortführung der ORF-Kooperation mit Radio Agora und Radio dva und den Ausbau der Programme der anderen Volksgruppen finanzieren zu können.

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