MEHR SCHUTZ FÜR FUßGÄNGER!

KfV unterstützt ETSC-Forderung nach verschärftem Fußgängerschutz bei Pkw - EU-Richtlinien zu wenig streng!

Wien (OTS) - Die Frontpartie eines Autos erfüllt nicht nur den schönen Schein. Kommt es zu einem Zusammenstoß zwischen Fußgängern oder Radfahrern und Pkw, kann die Beschaffenheit der Karosserie Leben retten. Außenairbags oder eine "aktive" Motorhaube, die mehr Platz zwischen Motor und Motorhaube bietet und damit Fußgänger beim Aufprall weicher fallen lässt, zum Beispiel, würden die Sicherheit der ungeschütztesten aller Verkehrsteilnehmer massiv erhöhen. Derartige Sicherheitssysteme sind aber derzeit noch Zukunftsmusik. Zwar gab es jüngst einen Vorstoß der EU, wonach künftig neue Pkw und Nutzfahrzeuge ab 2005 zwei Crash-Tests bestehen müssen, dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) sind diese Prüfkriterien aber schlicht zu wenig streng. Laut EU-Kriterien müssten die auch von den Verbraucherschutzorganisationen geforderten strengeren Richtlinien erst innerhalb von zwölf Jahren angewendet werden.

70 Prozent weniger Schutz für Fußgänger

Das KfV befindet sich mit seiner Kritik in guter Gesellschaft. Erst kürzlich hat der Europäische Rat für Verkehrssicherheit (ETSC) auf den unzulänglichen Gesetzesentwurf der Europäischen Kommission hingewiesen, welcher 70 Prozent weniger Schutz für Fußgänger gewährleistet als gefordert. Die jüngsten Ergebnisse des Europäischen Programms zur Bewertung von Neufahrzeugen haben zudem ergeben, dass sich die Frontpartien neuer Autos weiterhin aggressiv gegenüber ungeschützten Verkehrsteilnehmern präsentieren. KfV-Direktor Dr. Othmar Thann sieht im Hinblick der Verbesserung der Konstruktion von Fahrzeugfronten noch großen Handlungsbedarf: "Maßnahmen, die Menschenleben schützen, sind bei jährlich rund 6.800 Kollisionen zwischen Pkw und Fußgängern bzw. Radfahrern lebenswichtig. Wir unterstützen die Forderung der ETSC nach mehr Sicherheit für ungeschützte Verkehrsteilnehmer und rufen erneut dazu auf, strengere Prüfnormen nicht erst in zwölf Jahren, sondern möglichst umgehend einzuführen".

3.963 Unfälle mit Fußgänger-Beteiligung bis November 2002

Dass für den Schutz von Fußgängern noch einiges zu tun ist beweisen wieder einmal die Zahlen. Von Jänner bis November 2002 verunglückten auf Österreichs Straßen 3.959 Fußgänger, 130 davon wurden getötet. Im europäischen Raum könnten bis zu 2000 Leben pro Jahr gerettet werden, würden die Autocrashtestnormen, wie vom Europäischen Ausschuss für die Verbesserung von Verkehrssicherheit (EEVC) ge-fordert, verbindlich eingeführt werden. In Österreich kann man von rund 50 geretteten Radfahrern und Fußgängern ausgehen.

Keine "Kuhfänger" aufs Auto!

"Frontschutzbügel von Geländeautos, sogenannte 'Kuhfänger' oder 'Bull Bars' dienen in unseren Breiten lediglich als optischer Aufputz und haben keine technische Funktion. Gerade bei Fußgänger-Unfällen kann derartiger 'Dekor' aber schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen und die Schwere der Verletzungen drastisch erhöhen", warnt Thann vor unnötigem Auto-Zubehör. Auch die wenigsten Stoßstangen verformen sich in einer Weise, dass Verletzungen vermieden bzw. deren Schwere vermindert werden kann.

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