"Die Presse"-Kommentar: "Das Ende des Traums" von Wieland Schneider

Ausgabe vom 13.3.2003

Wien (OTS) - Serbien ist - nach all den Jahren nationalistischer Finsternis - auf dem Weg zur Demokratie. Es braucht nur etwas mehr politische Stabilität, und schon fließen ausländische Investitionen in Strömen in das Land.
Dieser süße Traum vieler wurde am Mittwoch von lauten Schüssen jäh unterbrochen. Die Kugeln der Attentäter vernichteten nicht nur das Leben von Premier Zoran Djindji´c, sondern auch die großen Hoffnungen, die der Westen in ihn gesetzt hatte. Djindji´c mag viele Fehler gehabt haben - von nationalistischen Ausrutschern bis zu dubiosem Führungsstil. Dennoch war er in Serbien die einzige ernst zu nehmende Persönlichkeit, die für Reformen stand. Es ist nicht nur der Verlust eines Reformers, der Serbien um Jahre zurückwirft. Es ist vor allem die Art und Weise, wie in Belgrad immer noch Rechnungen beglichen werden.

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