Irak-Krise: Am 22. März erneut Anti-Kriegs-Kundgebung in Wien

Sternmarsch vom West- und Südbahnhof sowie ökumenische Gebetsstunde in der Michaelerkirche Wien (OTS) - Die Veranstalter der Wiener Friedenskundgebung vom 15. Februar rufen erneut zum Widerstand gegen einen Krieg im Irak auf: Am Samstag, den 22. März, wird es ab 14 Uhr unter dem Titel "Stoppt den Krieg" zu einem Sternmarsch kommen, Ausgangspunkte sind der Wiener West- und der Südbahnhof sowie die Michaelerkirche im 1. Wiener Bezirk, wo nach einer ökumenischen Gebetsstunde ein Schweigemarsch zum Treffpunkt der drei Demonstrationszüge am Stephansplatz stattfindet.

ÖH-Vertreter Lukas Oberndorfer bewertete - bei einem Pressegespräch am Mittwoch in Wien - die weltweiten Friedensdemonstrationen am 15. Februar als "Riesenerfolg". In 600 Städten hätten sich damals insgesamt rund 15 Millionen Menschen versammelt. "Die Millionen in den Straßen haben Wirkung gezeigt", die "Maschine des Krieges hat zu stottern begonnnen", so Oberndorfer. Mit dem 22. März wollen die Veranstalter einen weiteren Beitrag zur internationalen Bewegung leisten.

Karl Delfs von der Eisenbahnergewerkschaft wies auf den weltweiten Widerstand von Arbeitnehmervertretungen gegen jede Kriegspolitik hin:
Der US-Dachverband von 65 Gewerkschaftsbewegungen habe sich kürzlich gegen die Invasionspläne der Regierung Bush gestellt, das sei bisher einzigartig in der US-Politik. Auch in Ländern wie Großbritannien oder Italien sei es zu gewerkschaftlichem Widerstand gegen den Transport von Kriegsmaterial gekommen.

Am 22. März Freitag um Punkt 12 Uhr hat der ÖGB laut Delfs gemeinsam mit der katholischen Kirche und der Wirtschaftskammer zu einer Gedenkminute aufgerufen, um ein klares Zeichen für den Frieden und gegen einen Irak-Krieg zu setzen. Einige Gewerkschaften würden von 5 vor 12 Uhr bis 10 nach 12 Uhr sogar zu die Arbeit niederlegen und eine "Schweigezeit" als Zeichen des Friedenswillens durchführen. "Die Eisenbahner werden einige Minuten mit ihren Lokomotiven für den Frieden pfeifen" so Delfs.

Laut Andreas Pecha von der Wiener Friedensbewegung wird es zum Start der Sternmärsche am Süd- und Westbahnhof zu kurzen Ansprachen kommen, ebenso bei der Schlusskundgebung um 17 Uhr auf dem Stephansplatz. Prominente aus Medien und Kultur würden dafür angefragt. Insgesamt 109 Organisationen unterstützen die geplante Kundgebung. "Dies ist wohl die breiteste Plattform, die sich je in Österreich gegen den Krieg formiert hat". Den Aufruf der Vorbereitungsgruppe zu einem Austrian Social Forum unterstützen
u.a die Katholische Aktion Österreich, mehrer Fachgewerkschaften (darunter GMT, GPA und GDE), die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH), Greenpeace, ATTAC, Sozialdemokarten, die Grünen und die KPÖ.

Derzeit bemüht man sich darum, die Routen der Demonstrationszüge so zu wählen, dass die Botschaft der USA und Großbritanniens sowie jene der Türkei passiert werden. Politische Extremisten seien unerwünscht: "Wir wollen keine rassistischen und antisemitischen Parolen, ebenso keine Holocaust- und NS-Vergleiche sowie Parolen, die sich positiv auf Selbstmordattentate oder auf Saddam Hussein beziehen", lautet die Vorgabe der Veranstalter.

Die neuerliche Kundgebung am 22. März solle dazu beitragen, dass die Option für den Krieg weiterhin nicht gezogen wird. Nach den Worten von Grubits bleibt das Engagement von Christinnen und Christen gegen den Krieg aufrecht, sie würden sich am 22. März unter dem Motto "Beten UND Marschieren" einbringen. Der KAÖ-Geschäftsführer erinnerte an die ablehnende Haltung Papst Johannes Pauls II. gegen Militärgewalt: "Krieg ist immer eine Niederlage für die Menschheit." Es gelte es "alle Alternativen zur Gewalt auszuschöpfen", so Grubits.

Vorkehrungen für den "Tag X"

Trotz der Hoffnung, den Krieg noch zu verhindern, laufen auch bereits Vorkehrungen für den "Tag X", an dem das Bombardement auf Bagdad beginnt: Vertreter eines Schülerkomitees, dem mittlerweile 25 Wiener Schulen angehören, planen - wie es bei dem Pressegespräch hieß - für diesen Tag einen Schulstreik; statt Unterricht solle es erneut zu einer Kundgebung auf dem Wiener Stephansplatz kommen.

(Informationen zu den Aktionen am 22. März und am "Tag X" unter www.socialforum.at/demo)

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