Tumpel verlangt mehr Unterstützung für berufstätige Studierende

Studie zeigt: Arbeiten und Studieren müssen besser vereinbar sein

Wien (AK) - Berufstätige Studierende bleiben weiter auf der Strecke. Im neuen Regierungsübereinkommen ist zwar die Absetzbarkeit von Studiengebühren für berufstätige Studierende angeführt, davon werden aber nicht viele profitieren: Es muss nämlich ein inhaltlicher Zusammenhang zwischen Studium und Berufstätigkeit gegeben sein und für die Absetzbarkeit ist eine gewisse Einkommenshöhe notwendig, die von Studierenden vielfach nicht erreicht wird. Rund zwei Drittel der Studierenden sind berufstätig. Trotz Einführung der Studiengebühren sind für diese große Gruppe keine Verbesserungen getroffen worden. Eine AK-Studie belegt die Fülle der Probleme und Belastungen für die Betroffenen an Universitäten und Fachhochschulen. "Die bessere Vereinbarkeit von Studium und Beruf muss ein hochschulpolitisches Ziel der Bundesregierung sein", sagt AK-Präsident Herbert Tumpel. Berufstätige Studierende klagen über fehlende Lehrveranstaltungen am Abend, sie wollen "arbeitnehmerfreundliche" Öffnungszeiten von Instituten und Bibliotheken sowie mehr Lernmaterialien im Internet. Aber auch bessere finanzielle Unterstützung wird gewünscht: Die Studiengebühr wird von vielen als zusätzliche Belastung erlebt. "Umso bedauerlicher ist es, dass Arbeitnehmerinteressen im neuen Regierungsüberkeinkommen weiter missachtet werden", sagt Tumpel. ****

Motivationsfaktor Nummer Eins: Höherqualifikation
Rund zwei Drittel der Studierenden müssen Beruf und Studium unter einen Hut bringen. Grund dafür ist, dass sie ihren Lebensunterhalt in einem hohen Maße selbst erwirtschaften müssen. Zwei Grundtypen kennt die Studie: Zum einen jene, die einen Vollzeitberuf ausüben und daneben studieren. Zum anderen jene, die neben dem Studium einem Job nachgehen. Einigkeit herrscht über beide Gruppen hinweg, wenn es um die Motivation zum Studium geht: Höherqualifizierung.

Hohe Belastungen
Ein Drittel aller FH-Studenten ist voll erwerbstätig und ihr Zeitaufwand für Studium und Arbeit beträgt im Schnitt ca 70 Stunden pro Woche. Entgegen dem Klischee vom klassischen Studentenjob, wie zB Zettel verteilen etc., sind 62 Prozent der Befragten einschlägig berufstätig. Im Durchschnitt stehen den Befragten rund 1.000 Euro monatlich zur Verfügung. Ein großer Teil der Betroffenen gibt an, dass sich seit der Einführung der Studiengebühr ihre Situation verschlechtert hat. Milderung gibt es kaum: Nur für jeden fünften sind die staatlichen Transferleistungen eine zumindest teilweise Unterstützung. Auch gibt es Informationsdefizite:
Fördermöglichkeiten, wie Bildungskarenz oder Studienabschluss-Stipendium, sind wenig bekannt.

Im Regierungsübereinkommen ist zwar die Absetzbarkeit von Studiengebühren für berufstätige Studierende angeführt, allerdings werden von dieser Änderung nicht viele profitieren: Es muss nämlich ein inhaltlicher Zusammenhang zwischen Studium und Berufstätigkeit gegeben sein und für die Absetzbarkeit ist eine gewisse Einkommenshöhe notwendig, die von Studierenden vielfach nicht erreicht wird. Diese Maßnahme ändert auch nichts an den konkreten Mängeln bei den Studienbedingungen und der Tatsache, dass Berufstätige wegen des Pauschalbetrages und der längeren Studienzeiten insgesamt weit höhere Gebühren zahlen als Vollzeitstudierende. Tumpel: "Ich bin der Auffassung, dass die Bundesregierung einen großen Handlungsbedarf hat und nicht einfach sämtliche Probleme an die Universitäten abschieben kann".

Tumpel fordert die rasche Umsetzung eines Maßnahmenpakets:

+ Abschaffung der pauschalen Studiengebühren
+ bessere finanzielle Unterstützung für berufstätige Studierende, zB Studienabschluss-Stipendien auch für FH-Studierende
+ ein eigenes Berufstätigenangebot an Universitäten in Studienrichtungen mit einem hohen Erwerbstätigenanteil
+ mehr Abend- und Blockveranstaltungen
+ Schaffung von Teilzeit-Studien
+ mehr Orientierungshilfen und Beratung für berufstätige Studierende zu Studienbeginn
+ bevorzugte Mittelzuteilung an FH-Studiengänge für Berufstätige + besserer und vermehrter Einsatz von neuen Kommunikationstechnologien

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Katja Robotka
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