Arbeitsklima-Index: Hoffnungslosigkeit bei älteren Arbeitnehmern

Linz (OTS) - Die aktuelle Sonderauswertung der Daten des Österreichischen Arbeitsklima-Index analysiert die Einschätzung der Arbeitsmarktchancen durch die österreichischen Arbeitnehmer. Die Ergebnisse sind schockierend. Über 90 Prozent der über 45-jährigen Arbeitslosen sehen für sich so gut wie keine Möglichkeiten mehr am Arbeitsmarkt.

Auch die älteren Personen, die derzeit in Beschäftigung stehen, schätzen ihre Möglichkeiten, nach einem Arbeitsplatzverlust wieder eine annehmbare Arbeitsstelle zu finden, als ungünstig ein. Bis zu einem Alter von 35 Jahren halten es nur fünf bis sieben Prozent für sehr schwer, bei den 36- bis 45-Jährigen steigt dieser Anteil auf 15 Prozent. Bei den Über-45-Jährigen halten bereits 43 Prozent ihre Chancen auf Wiederbeschäftigung für sehr schlecht und 32 Prozent für eher schlecht.

Aktuell beträgt die Arbeitslosenrate in Österreich mehr als acht Prozent. Rund zehn Prozent der Beschäftigten halten ihren Arbeitsplatz für eher unsicher und zwei Prozent sogar für sehr unsicher. Wenn man diese zwölf Prozent in absolute Zahlen umrechnet, dann gibt es neben den rund 300.000 aktuell arbeitslosen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich rund 357.000 Personen, die konkret um ihre Beschäftigung fürchten.

Nur knapp mehr als ein Drittel der Beschäftigten hält seinen Arbeitsplatz für sehr sicher. Etwas mehr als die Hälfte glaubt, dass der Job eher sicher ist.

Die Lehrausbildung ist offensichtlich keine Garantie mehr für einen sicheren Arbeitsplatz. Die Sonderauswertung hat ergeben, dass nur 30 Prozent der Beschäftigten mit Lehre ihren Arbeitsplatz als sehr sicher bezeichnen. Bei den Arbeitnehmern, die nur über Pflichtschulabschluss verfügen, sind es 32 Prozent. Bei der Beurteilung der Chancen auf Wiederbeschäftigung liegen die Zahlen für Personen mit Lehrabschluss allerdings höher als bei Personen, die nur einen Pflichtschulabschluss haben.

Wenn man diese Daten im Zusammenhang mit dem starken Ansteigen der Zahl junger Arbeitsloser sieht, dann ergibt das deutliche Zeichen dafür, dass das duale Lehrausbildungssystem offensichtlich zunehmend an der Qualifikationsnachfrage vieler Unternehmen in Österreich vorbei produziert.

Der Arbeitsklima-Index beschäftigt sich von Anfang an mit der Situation der berufstätigen Frauen. Bei der aktuellen Sonderauswertung wurde ein Rückblick auf frauenrelevante Themen im Arbeitsklima-Index seit 1997 gemacht. Das Ergebnis ist höchst unerfreulich. Die Situation der weiblichen Beschäftigten in Österreich hat sich im letzten halben Jahrzehnt im Grunde überhaupt nicht verändert. Das betrifft sowohl den Anteil an der gesamten Arbeit, als auch die ungerechtfertigten Einkommensdifferenzen zu Männern und die Sicherheit der Arbeitsplätze. Wenn man zu den Zahlen des Arbeitsklima-Index noch die Berufsbedarfsprognose, die das Wirtschaftsforschungsinstitut im Auftrag der AK OÖ erstellt hat, hinzunimmt, dann zeigen sich düstere Tendenzen für die Frauen am Arbeitsmarkt.

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