Über 27.000 junge Konsumenten zwischen 16 und 25 auf "schwarzer Liste"!

AKNÖ-Konsumentenschützer warnen vor bedenklichen Geschäften mit jungen Konsumenten. Auch "Help TV" befasst sich heute mit dieser Problematik.

Wien (AKNÖ) – Immer öfter nehmen jugendliche Konsumenten das Beratungsangebot und die Hilfe der Konsumentenschützer der Niederösterreichischen Arbeiterkammer (AKNÖ) an. Der Grund: Mit verlockenden Angeboten werden sie oft zum Kauf von Waren verleitet, die weit über ihren finanziellen Möglichkeit liegen. Das zeigt die Beratungsstatistik der AK-Experten.
Als besonders problematisch erweisen sich dabei Kundenkarten mit Kreditkartenfunktion, die vielfach von Super- und Baumärkten und anderen großen Unternehmen angeboten werden. Ebenso heikel ist die Geschäftspraxis von Banken und Kreditinstituten, die Jugendlichen über 17 Jahren, die über ein regelmäßiges Einkommen verfügen, Bankomatbehebungen von max. 400 Euro wöchentlich erlauben, obwohl ein Lehrling durchschnittlich nur zwischen 300 bis 500 Euro pro Monat verdient!

Zwtl. Kritik der AK-Experten

Einen Überblick über seine Finanzen zu bewahren ist da oft sehr schwierig und am Ende des Monats bekommen die Konsumenten dann die Rechnung präsentiert, weiß AKNÖ-Konsumentenschützer Günther La Garde aus der Praxis. "Diese ist allerdings vielfach nicht mehr leistbar und die oft noch jungen Konsumenten sind gezwungen, Schulden zu machen. Ihnen ist aber nicht bewusst, dass sie dabei auf sogenannten "schwarzen Listen" landen. So gibt es da die Warenkreditevidenzliste, wo Konsumenten eingetragen werden, die in Zahlungsschwierigkeiten mit Unternehmen gekommen sind und nicht zahlen können und das Informationsverbundsystem "Warnliste"(ehemalige UKV-Liste = Liste der unerwünschten Kontoverbindungen) der Banken." Befürwortet wird von den Konsumentenschützern der AKNÖ, dass die Banken vor der Vergabe von Krediten die Bonität der Konsumenten streng prüfen. "Um aussichtslose Überschuldungen von vornherein einzudämmen, ist eine strenge Kontrolle der Bonität der Bankkunden unbedingt notwendig", meint der Konsumentenschützer. Was die AK-Experten aber ankreiden, ist, dass Unternehmen Konsumenten vorschnell auf die Warenkreditevidenzliste setzen. So liegen ihnen Fälle vor, wo Schulden längst getilgt waren oder Schulden gar nicht beweisbar bestanden haben.

Eine Liste mit Folgen

Befindet man sich auf einer dieser schwarzen Listen, dann muss man im täglichen Geschäftsleben mit Folgen rechnen, weiß La Garde. Problematisch wird die Sache dann, wenn dem Betroffenen die Einrichtung eines Giro-Kontos verweigert wird. Denn immer wieder wird sogar eine Anstellung davon abhängig gemacht, ob Arbeitnehmer über ein Konto verfügen oder nicht.
Den AK-Profis liegen aber auch Fälle vor, wo Konsumenten auf der Warenkreditevidenzliste eingetragen waren, wo eine Schuld gar nicht nachweisbar vorhanden war. Wie man in so einem Fall reagiert, wissen die Experten:

· Glaubt man sich zu Unrecht auf der Warnevidenzliste zu befinden,
dann soll man Selbstauskunft beim Kreditschutzverband beantragen.
· Ist der Eintrag ungerechtfertigt, dann soll man sich mit dem betreffenden Unternehmen in Verbindung setzen.
· Reagiert das Unternehmen nicht dementsprechend, dann stehen die
AKNÖ-Konsumentenschützer bereit und scheuen sich auch nicht Rechtsmittel einzusetzen.

Über 25.000 Euro Verschuldung bei den 18-25jährigen

Auf der Warnkreditevidenzliste sind um die 260.000 Menschen eingetragen. Davon sind über 27.000 Personen im Alter von 16 bis 25 Jahren betroffen – das sind mehr als 10 Prozent. Für La Garde eine erschütternde Zahl. Zeigt sie doch schwarz auf weiß, dass viele junge Konsumenten bereits beachtliche Zahlungsschwierigkeiten haben. Eine aktuelle Statistik sagt aus, dass die durchschnittliche Verschuldung der 18-25jährigen bei über 25.000 Euro liegt. Eine weitere erschütternde Zahl: 56 Prozent der Lehrlinge, die über einen Überziehungsrahmen verfügen, haben diesen zumindest einmal ausgenützt.

Hinweis: Heute Abend ist AKNÖ-Konsumentenschützer Günther La Garde bei Barbara Stöckl in "Help TV" zu Gast und befasst sich mit der Problematik Geschäftsfähigkeit von Minderjährigen.

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