Wehsely ad Prostitutionsgesetz: "Frauen nicht in den Untergrund drängen!"

"Freierbestrafung" birgt größere Gefahren für Prostituierte

Wien (SPW-K) - "Wie wir immer gesagt haben, lassen sich mit einem Landesgesetz nicht alle Probleme im Bereich Prostitution lösen, weil das Land Wien in diesem Bereich nicht genügend Kompetenzen hat", reagierte heute SPÖ-Gemeinderätin Mag. Sonja Wehsely auf Aussagen von FP-Gemeinderat Wagner. "Erfahrungen in Schweden haben ergeben, dass Frauen durch die Freierbestrafung nur noch weiter in den Untergrund gedrängt werden und damit noch größeren Gefahren ausgesetzt sind." ****

Von Bedeutung für das Land Wien sei auch, dass der Bund mit der Einführung von §207 Abs.3 im Strafgesetzbuch bereits Strafen für Freier vorgesehen habe, die Kontakt zu minderjährigen Prostituierten haben. "Damit wird der für die Stadt wichtigste Punkt in diesem Bereich bereits vom Bund abgedeckt - und zwar strafgerichtlich und somit höherwertig", so Wehsely.

Zur Kritik an der Exekutive bemerkte Wehsely, dass eine ausreichende Kontrolle natürlich auch eine Frage von Ressourcen sei, die das Innenministerium bereit stelle. "So war es Beispielsweise vor der Nationalratswahl möglich, dass ausreichend Polizei im Struwerviertel präsent ist - interessanterweise war dies nach dem 24. November plötzlich vorbei." Insgesamt wäre es auch für die FPÖ in der Frage Freierbestrafung ratsam, "auf ExpertInnen aus dem Bereich Polizei und Sozialarbeit" zu hören: "Und hier hat sich gezeigt, dass es ernst zunehmende Bedenken gegen eine Bestrafung von Freiern gibt."

Dem Land Wien gehe es in erster Linie darum, den Frauen Ausstiegsmöglichkeiten zu bieten und "auf der anderen Seite hart gegen Kriminalität vorzugehen", unterstrich Wehsely. Wien biete deshalb Einrichtungen für Frauen und Mädchen in der Prostitution an. "Generell würde ich mir mehr Sensibilität im Umgang mit dem Thema wünschen - geht es doch dabei um wichtige Verbesserung für viele vom Leben benachteiligte Frauen in unserer Stadt", schloss Wehsely. (Schluss)

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