ARGE-ÄrztInnen: Gesundheitsdiskussion ist eine Frechheit

Nur Vernunft und Konstruktivität sichern Versorgung

Wien (ÖGB). "Eine Frechheit sondergleichen", bezeichnet die neue Vorsitzende der ARGE-ÄrztInnen im ÖGB, Dr. Sabine Oberhauser, was derzeit aus Regierungskreisen an Beiträgen zur Diskussion um die Reform des österreichischen Gesundheitswesens kommt. Oberhauser: "Der Kanzler droht den PensionistInnen, sein Vize kündigt an und zieht zurück und kündigt an. Und die Noch-Nicht-Gesundheitsministerin will gar ihr Hobby zum Beruf machen und Mediatorin statt Ministerin sein. Das wird der Gesundheit der Menschen nicht gut tun".++++

Österreich sei in der glücklichen Lage ein im Kern ausgezeichnetes Gesundheitssystem zu haben und die Welt beneide uns darum. Wir könnten in Ruhe, mit Vernunft und Konstruktivität an durchaus notwendige Reformen herangehen, hält die neue ARGE-ÄrztInnen-Vorsitzende und Kinderärztin fest. Oberhauser: "Und die neue, alte Regierung verspielt, nur wenige Tage im Amt, gleich diese einmalige Chance."

So drohe der Bundeskanzler seit dem Abschluss der Koalitionsvereinbarung den PensionistInnen unverhohlen. Nur, wenn sie um ein Prozent mehr Beiträge zahlen würden, so Schüssel in der Regierungerklärung, würden sie auch weiterhin den "vollen Zugang zu medizinischen Leistungen" haben. Dienstag abend legte er im Fernsehen noch nach und meinte, dass sich beispielsweise in den vergangenen zehn Jahren die Herzschrittmacheroperationen verdoppelt hätten. Oberhauser: "Ist das das Menschenbild des Kanzlers? Wer alt oder krankheitsanfälliger ist muss mehr zahlen, um auch alle Leistungen zu bekommen. Das ist klassische Zwei-Klassen-Medizin."

Was der neue Vizekanzler will, sei überhaupt schleierhaft, meint die neue ARGE-ÄrztInnen-Vorsitzende. Oberhauser: "Zuerst kündigte er großmundig die Aussetzung der Ambulanzgebühr an, dann wird er im Ministerrat zurückgepfiffen und begründet die Nichtaussetzung der Ambulanzgebühr mit dem Verlust von Arbeitsplätzen. Gleichzeitig kündigt er neue Selbstbehalte in Verbindung mit der e-card des Hauptverbandes für das Jahr 2004 an und hat offensichtlich übersehen, dass der Chef des Hauptverbandes davon ausgeht, dass die e-card, wenn überhaupt, erst Ende 2004 kommt. Da soll sich wer auskennen."

Die ARGE-ÄrztInnen-Vorsitzende fordert neuerlich eine konstruktive Diskussion über die anstehenden Reformen. Oberhauser: "Als ARGE-ÄrztInnen sind wir bereit unseren Beitrag nicht nur bei der Reformdiskussion, sondern auch bei einer Ziel- und Wegfindung für ein zukunftsträchtiges, finanzierbares und modernes Gesundheitswesen zu leisten. Die Einkehr von Vernunft bei manchen PolitikerInnen ist unsere einzige Vorbedingung."(ff)

ÖGB, 12. März 2003 Nr. 153

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