Heinz Fischer: 65. Jahrestag des sogenannten "Anschlusses" Österreichs an Hitler-Deutschland

Wien (SK) "Heute vor 65 Jahren am 12. März 1938 sind deutsche Truppen in Österreich einmarschiert, um der Unabhängigkeit und Eigenstaatlichkeit Österreichs auf Befehl von Adolf Hitler ein Ende zu bereiten. Die nach innen autoritäre, aber schwache und rückhaltlose Regierung Schuschnigg hat dem Einmarsch von Hitler-Truppen, der von nicht unbeträchtlichen Teilen der österreichischen Bevölkerung bejubelt wurde, keinen Widerstand entgegengesetzt, sodass der Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland de facto binnen weniger Stunden vollzogen wurde", sagte heute der Zweite Nationalratspräsident Heinz Fischer. ****

Am 13. März 1938 wurde das verfassungswidrige Reichsgesetz über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich verkündet, welches Hitler in die Lage versetzte, am 15. März 1938 auf dem Heldenplatz in Wien von einer fanatisierten Menge jene gespenstische Rede zu halten, in der auch der berühmt berüchtigte Satz mit der Vollzugsmeldung vor der Geschichte über den Eintritt seiner Heimat in das Deutsche Reich enthalten.

"Damit war der sogenannte Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland vollzogen und es begann jene blutige Irrfahrt durch die Geschichte, die durch Terror, Krieg, Gewalt und durch die geradezu fabrikmäßige Vernichtung von zehntausenden Mitbürgerinnen und Mitbürgern jüdischen Glaubens charakterisiert war und schließlich mit Millionen Toten bzw. mit einem in einen Trümmerhaufen verwandelten Mitteleuropa bezahlt werden musste", erläuterte Fischer.

65 Jahre später ist Österreich zwar wieder ein selbständiger Staat und eine gefestigte Demokratie in einem in Erweiterung befindlichen Europa, "aber wir sind damit nicht von der Verpflichtung befreit uns mit unserer Vergangenheit und mit Fehlern der Vergangenheit auseinander zu setzen", sagte Fischer.

"Die Berichte einer Historikerkommission, die unter Bundeskanzler Klima eingesetzt wurde und kürzlich das Ergebnis ihrer Untersuchungen vorgelegt hat, wird uns dabei helfen, Ereignisse der jüngeren Vergangenheit besser zu verstehen und zu beurteilen", ist Fischer überzeugt.

Es ist eine gemeinsame Aufgabe von uns allen, daraus auch die richtigen Schlussfolgerungen für Gegenwart und Zukunft und insbesondere auch für Formen und Inhalte politischer Auseinandersetzungen zu ziehen, schloss Heinz Fischer. (Schluss) up/mp

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