ORF zu RSO: Sorge des Kunstsenats unbegründet

Wien (OTS) - Zur "Stellungnahme des Kunstsenats zur Frage des RSO" (APA/OTS016 vom 11. März 2003) hält der ORF fest:

Die Sorge des Kunstsenats um das RSO-Wien ist nachvollziehbar, aber unbegründet. Bei den Überlegungen des ORF geht es nicht um die Gefährdung der Existenz des RSO, sondern um die langfristige Sicherung dieses Klangkörpers.

Allerdings ist erstens daran zu erinnern, dass die Erfüllung des gesetzlichen Programmauftrags den Bestand eines eigenen Symphonieorchesters nicht voraussetzt, und zweitens fraglich, ob die Gebührenzahler die Erhaltung des Orchesters als Äquivalent für ihre Zahlung empfinden. Wenn sich der ORF daher mit erheblichem finanziellem Aufwand zu einer kulturpolitischen Aufgabe wie der Bestandsicherung des Radio Symphonieorchesters bekennt, so kann dieses Bekenntnis nur so lange währen, als die wirtschaftlichen Grundlagen dies erlauben. Das ist nicht als Ankündigung einer Schließung zu verstehen, sondern als Appell, sich nicht nur gegenüber dem ORF, sondern auch gegenüber der Medienpolitik einzusetzen, damit diese die bestandserhaltenden wirtschaftlichen Grundlagen gewährleistet.

Die Auswirkungen der zum 1. Jänner 2002 in Kraft getretenen gesetzlichen Änderungen und die angespannte Werbekonjunktur haben die wirtschaftlichen Bedingungen des ORF in den vergangenen Monaten erheblich eingeschränkt. Der Stiftungsrat, das oberste Aufsichtsgremium des ORF, hat der Geschäftsführung ein Einsparungsziel von rund 62 Millionen Euro für das Jahr 2003 vorgegeben.

Der Vergleich mit anderen Ländern Europas ist nicht zulässig. Im Gegensatz zu zahlreichen europäischen Ländern ist der ORF nur zu einem geringen Teil aus Gebühren finanziert. Vor allem am Beispiel Deutschland wird dies deutlich: Während sich die ARD und das ZDF zu mehr als 80 Prozent über Gebühren finanzieren, liegt diese Zahl beim ORF bei 45 Prozent. Der Rest muss zum überwiegenden Teil aus Werbung erwirtschaftet werden.

Trotz dieser immer wieder verschwiegenen Tatsache und der angespannten wirtschaftlichen Situation ist es unser Ziel, den Erhalt des RSO-Wien langfristig und nachhaltig abzusichern. Es geht nicht um die Auflösung des RSO-Wien, sondern darum, dass das Orchester in eine gute und gesicherte Zukunft geführt wird.

Vor diesem Hintergrund hat das Aufsichtsgremium des ORF, der Stiftungsrat, die Geschäftsführung gebeten, eine Evaluierung des RSO-Wien durchzuführen. Das Grazer Institut "INFORA" hat in den vergangenen Wochen begonnen, alle Beteiligten (Orchesterleitung, Betriebsrat, künstlerische Leitung) zu befragen. Erst auf Basis dieses noch zu erstellenden Gutachtens wird eine Entscheidung über die weitere Vorgangsweise getroffen werden können. Dass in diesem Zusammenhang selbstverständlich auch künstlerische Überlegungen in den Entscheidungsprozess einfließen, versteht sich von selbst.

Der ORF ist sich als öffentlich-rechtlicher Sender seiner Verantwortung für die zeitgenössische E-Musik bewusst. Grundgedanke und Ziel jeder Veränderung beim RSO-Wien kann daher nur sein, dessen Fortbestand langfristig zu sichern.

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