AK Test "Wellnesswässer": Kein Hersteller hat Tests über angepriesene Wirkung

AK fordert: Vollmundige Wohlfühlslogans verbieten - Aussagen weder bewiesen noch beweisbar - Für gesunden Durstlöscher zu süß -Sehr teuer

Wien (AK) - Rosè schimmerndes Mineralwasser für das Gleichgewicht der Gefühle? Die AK fordert ein generelles Verbot von nichtssagenden und unbeweisbaren Wohlfühlaussagen. Denn nach einer AK Prüfung hat kein Hersteller Tests über die gepriesenen Wirkungen. AK Konsumentenschützerin Petra Lehner: "Flapsige Werbesprüche, die einreden, es handle sich um gesunde Durstlöscher." Gesund ist jedenfalls der Preis, ansonsten wird gewöhnliches Mineralwasser geschmacklich aufgepäppelt und gezuckert: Umgerechnet sind 10 bis 12 Stück Würfelzucker pro Flasche drinnen - kalorienreich wie eine Limo gespritzt.

Für funktionelle Lebensmittel muss EU-weit eine rechtlich verbindliche Definition erarbeitet werden, verlangt die AK. Als mögliche österreichische Lösung würde sich auch der Lebensmittelcodex anbieten. Die Werbeaussagen müssen klar, einheitlich und konsumentenfreundlich europaweit geregelt werden. Schwerpunktkontrollaktionen hinsichtlich irreführenden Aussagen sind ebenso nötig. Darüber hinaus sollen die Unternehmen verpflichtet werden, Auskünfte zu geben und Beweise über die Wirkung offenzulegen.

Jeder versteht unter funktionellen Lebensmitteln etwas anderes. Jedenfalls sollen diese Produkte über den Ernährungswert hinaus einen Gesundheitsnutzen haben, der grundsätzlich beweisbar und mit dem Produkt auch bewiesen wurde. Die AK hat acht funktionelle Mineralwässer geprüft und die Hersteller konfrontiert. Das Ergebnis war ernüchternd: Kein einziges ist ein gesunder Durstlöscher. Auf manche Antworten der Hersteller wartete die AK bis über zwei Monate. Die Beantwortung der Fragen war in keinem Fall genügend, um die Wirkung der Produkte ausreichend zu belegen, und diesbezügliche Test wurden von den Herstellern auch gar nicht angestellt. Auch scheinen sich die Produzenten nicht einig, was ihre Wässer nun sind. Erklärt der eine auf seinen Produkten eindeutig, es handelt sich um ein Produkt aus der neuen Serie von funktionellen Getränken, besteht ein anderer mit Nachdruck darauf, dass seine Produkte keine funktionellen Lebensmittel, sondern Wohlfühlgetränke sind.

Die bunten Mineralwässer sind trendy, geschmacklich aufgepäppelt und stark beworbene süße Getränke. "Für die Hersteller sind sie ein gutes Geschäft, weil sie drei- bis viermal so teuer verkauft werden. Den Mehrpreis zahlt man für winzige Mengen wundersamer Zusätze," erklärt Lehner: "Das gesunde Image von Mineralwasser wird ausgenutzt, um Limonaden unter dem Deckmantel "Wohlfühldrinks" zu verkaufen." Im allgemeinen Wellnesstaumel geht aber unter, dass nach Wasser die zweithäufigste Zutat Zucker ist. "In der Zutatenliste steht oft Rohrzucker, Fruktose oder andere Ersatzwörter, die gesetzlich in Ordnung sind, aber bei vielen Konsumenten ein gesünderes Image als Zucker haben," meint Lehner: "Wer diese Säftchen trinkt wie Mineral, bei dem kann es mit dem Wohfühlen eng werden, wenn der Hosenbund zwickt."

SERVICE: Den Erhebungsbericht finden Sie unter www.konsumentenschutz.at.

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