"Neues Volksblatt" Kommentar: "Wasserglas und Glutnest" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 12. März 2003

Linz (OTS) - =

Sturm im Wasserglas ist wohl der beste Begriff, der
die jüngsten Aufgeregtheiten um Finanzminister Karl-Heinz Grassers Steuerreform-Aussagen charakterisiert. Denn im Grunde hat er nichts anderes getan, als den fiskalpolitischen Regeln, die sich die Koalition selbst gegeben hat, zu entsprechen: Ja zur Steuerreform -unter im Koalitionsprogramm perspektivisch gleichermaßen verankerten Bedingungen wie Wirtschaftswachstum und Budgeteinsparungen. Der Ruf nach GarantieErklärungen bringt da nicht weiter. Wobei sich Grasser schon den Vorwurf mangelnder Geschicklichkeit in der Formulierung gefallen lassen muss - was auf Zyniker angesichts des sonst so begnadeten Selbstdarstellers einigermaßen erheiternd wirken kann. Die von FPÖ (im Verein mit der Opposition) darob geschürte Aufregung trägt jedenfalls mehr den Keim ihres Kleinkriegs mit Grasser - der seinerseits auch nicht gerade frei von Sticheleien in Richtung FPÖ ist - in sich als tief gehende Kursstreitigkeiten. Zumindest derzeit noch. Ressentiments sind in Koalitionsbelangen in der Regel aber generell schlechte Ratgeber. Denn zu leicht bleibt bei koalitionsinternen Feuerwehreinsätzen ein Glutnest im Raum bestehen.

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