Mitterlehner: Künstliche Anhebung der unteren Löhne gefährdet Arbeitsplätze

1000 Euro Mindestlohn führt zu Kostensteigerungen und Verschiebungen in der gesamten Gehaltspyramide - Autonomie der Kollektivvertragspartner belassen

Wien (PWK140) - "Eine künstliche Anhebung der niedrigeren Löhne und Gehälter auf zumindest 1000 Euro provoziert eine Auslagerung einfacher Tätigkeiten und provoziert so indirekt eine Anhebung der Arbeitslosenquote", kommentiert der Generalsekretär-Stellvertreter der Wirtschaftskammer Österreich, Reinhold Mitterlehner, die politische Debatte zu 1000 Euro Mindestlohn. Es sei zwar aus der Sicht von Arbeitnehmer-Vertretern und der politischen Parteien verständlich, einen demonstrativen Akt zugunsten des "kleinen Mannes", der kleinen Einkommensbezieher setzen zu wollen, es bleibe aber festzuhalten, dass "Gehaltsverhandlungen Angelegenheit der autonomen Kollektivvertragspartner sind und kein geeignetes Profilierungsthema für politische Parteien. Löhne und Gehälter sind das Ergebnis branchen- und betriebsbezogener Prozesse, die von Angebot, Nachfrage und Produktivität bestimmt sind. Der Gesetzgeber und die Parteien können im Unterschied zu den Kollektivvertragspartnern, die ihre Branchenverhältnisse am besten kennen, kaum marktkonforme Löhne und Gehälter bestimmen, ohne die betriebliche Rentabilität und die Beschäftigungskapazitäten zu gefährden. Mit denselben Argumenten wie beim Mindestlohn könnte man auch einen gesetzlich garantierten Mindestgewinn pro Unternehmen verlagen, was niemand tut."

Mitterlehner weist auch darauf hin, dass die Einführung eines Mindestlohns von 1000 Euro ("Das ist eine marketingorientierte willkürliche Größe") zu einer Verschiebung der gesamten Gehaltspyramide führen kann, was gerade in der derzeitigen konkunkturellen Anspannung negativ für den Wirtschaftsstandort ist:
"Die schlagartige Anhebung der unteren Lohngruppen hätte zur Konsequenz, dass auch die darüber liegenden Löhne und Gehälter angehoben werden müssten. Diese Kostensteigerung verschlechtert die internationale Wettbewerbsposition." (RH)

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