Benzin und Diesel-Steuererhöhung schwächt die Lebensfähigkeit der Dienstleistungsbetriebe

Österr. Wirtschaftsverband: ÖVP und FPÖ gefährden das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft - KMU sollen für Versäumnisse der Steuerpolitik herhalten

Wien (OTS) - Österr. Wirtschaftsverband: ÖVP und FPÖ gefährden das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft - KMU sollen für Versäumnisse der Steuerpolitik herhalten - "Kosten-Keule Kfz" ist kein Lösungsansatz, sondern gefährliche Ideenlosigkeit

"Schon in den ersten Tagen zeigt uns die neue Regierung, auf wen sie es abgesehen hat: Auf den einzelnen Bürger und die kleinen und mittelständischen Betriebe Österreichs", ärgert sich Dr. René Alfons Haiden, Präsident des Wirtschaftsverbandes. "Wenn seitens der Regierung zynisch von ´Herausforderungen, aber auch Opfern, die wohl nötig seien´, gesprochen wird, dann fühlen sich gerade unsere kleinen Unternehmer schlicht und ergreifend verspottet", zieht Haiden nach zahlreichen Gesprächen mit Unternehmern in den vergangenen Tagen Bilanz.

Vor allem die Erhöhung der Mineralölsteuer ist ein Schlag ins Gesicht jener Kleinbetriebe, die auf die Nutzung eines Autos -gleich, ob Lieferwagen oder Pkw/Kombi - zwingend angewiesen sind. Die schwarz-blaue Regierung plant bekanntlich, ab 1. Jänner 2004 die Netto-Mineralölsteuer für schwefelarmes Benzin um 1 Cent und für schwefelarmen Diesel um 2 Cent zu erhöhen. Die Mineralölsteuer für schwefelhältigen Diesel soll um netto 3,5 Cent und für schwefelhältiges Benzin um 2 Cent verteuert werden.

Damit ergeben sich für einen typischen österreichischen Kleinbetrieb - und diese tragen 60 Prozent zum österreichischen BIP bei - Mehrbelastungen von jährlich mindestens 1.000 Euro. Dieser Berechung liegt die realistische Annahme zugrunde, dass ein durchschnittlicher Betrieb fünf Firmenfahrzeuge hat, die jährlich an die 60.000 km im Dienste der Kunden zurücklegen. Pro Fahrzeug fallen durch die Dieseltreibstofferhöhung Kosten von ca. 200 Euro an (bei einem eher gering angesetzten Durchschnittsverbrauch von 8 Litern auf 100 Kilometer).

"Es gibt heute schon kaum ein Produkt, bei dem der Finanzminister so oft und so viel mitschneidet wie beim Auto", sieht sich Haiden auf einer Linie mit dem ARBÖ. Bereits heute gehen 62 Prozent des Zapfstellenpreises für einen Liter Benzin an den Finanzminister. Bei Diesel sind es 54 Prozent. Wer Autobahnen und Schnellstraßen benutzt, muss eine Vignette kaufen. "Das Maß ist jetzt endgültig voll", kritisiert Haiden, "wer ständig davon spricht, die Klein- und Mittelbetriebe stärken zu wollen, darf nicht mit jeder Aktion eine erneute Kosten-Keule ausfahren."

Gerade in Dienstleistungsberufen, so der Präsident des Wirtschaftsverband Österreich, ist das Auto ein essenzielles Arbeitsmittel. Durchschnittliche Kilometerleistungen von 50.000 bis 100.000 Kilometer sind keine Seltenheit. "Mobilität ist für die österreichischen Dienstleistungsunternehmen kein Luxus oder Vergnügen, sondern schlicht eine Überlebensfrage", weiß Haiden, "die finanzielle Situation in diesen Unternehmen, die ohnedies bereits unter den extrem hohen Lohnnebenkosten leiden, wird durch die zusätzlichen Mobilitätskosten sogar noch weiter verschärft."

Von Entlastungen für die Wirtschaft also keine Spur - zumindest nicht für die Klein- und Mittelbetriebe. "Einerseits verlangt man von der Wirtschaft und modernen Dienstleistungsbetrieben höchste Mobilität und gleichzeitig bestraft man diese Mobilität durch Erhöhung der Abgaben", kritisiert Haiden abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftsverband Österreich
Dir. Rudolf Schüle
Tel.: 01 50121
office@wirtschaftsverband.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FWV0001