ÖAMTC startet Initiative "Sicherer Schwerverkehr"

Forderungspaket des Clubs, um Gefahrenquellen im Lkw-Verkehr zu entschärfen

Wien (ÖAMTC-Presse) - Für knapp 60 Prozent der Österreicher stellt der Lkw ein großes Sicherheitsrisiko auf der Straße dar, ergab eine aktuelle ÖAMTC-Befragung. Zusätzlich sensibilisiert werden die Autofahrer durch Negativ-Schlagzeilen in Sachen Schwerverkehr:
"Ambergtunnel nach Lkw-Brand gesperrt", "Lkw-Lenker nach 53-Stunden 'Marathon-Fahrt' gestoppt", "18 von 50 Lkw bei technischen Kontrollen durchgefallen" - um nur drei Beispiele zu nennen. Anlass genug für den ÖAMTC, die Initiative "Sicherer Schwerverkehr" zu starten. "Es geht nicht um ein Anprangern des Lkw-Verkehrs, sondern um Ursachenforschung. Durch die Umsetzung eines Bündels an Maßnahmen sollte es möglich sein, die Sicherheit, Akzeptanz und Umweltverträglichkeit des Lkw-Verkehrs zu erhöhen", präsentiert ÖAMTC-Generalsekretär Hans Peter Halouska die Idee hinter der Initiative.

In Österreich gibt es jährlich 2.000 Lkw-Unfälle mit 3.000 Verletzten und 130 Toten. Der Anteil der Lkw-Unfälle am Gesamt-Unfallgeschehen beträgt zirka 5 Prozent, aber etwa 15 Prozent aller Verkehrstoten verunglücken bei Lkw-Unfällen. "Es sind die oft spektakulären Verkehrsunfälle mit Lkw-Beteiligung, die das öffentliche Interesse erregen. Das Thema Lkw-Verkehr ist auch ein emotionales Problem", sagt Halouska.

ÖAMTC-Befragung: Jeder Fünfte war bereits in eine gefährliche Situation mit einem Lkw verwickelt

In der aktuellen ÖAMTC-Befragung (durchgeführt vom market-Institut) unter 400 Österreicherinnen und Österreichern gaben knapp 60 Prozent an, Lkw als Risiko auf der Straße zu empfinden. Immerhin jeder fünfte Befragte spricht aus Erfahrung, weil er selbst schon einmal in eine gefährliche Situation mit einem Lkw verwickelt war. Dass Lkw heute eine größere Gefahr sind als früher, glauben 59 Prozent der Befragten. Ebenso viele sind der Meinung, dass "der Druck im Transportgeschäft" hauptverantwortlich für Lkw-Unfälle ist.

"Es ist im Grunde genommen eine klassische Kettenreaktion. Je eher ein Pkw-Lenker den Schwerverkehr auf der Straße als Bedrohung empfindet, desto mehr Aversion wird er ihm entgegenbringen. Somit steigt die allgemeine Aggression zwischen Pkw- und Lkw-Lenkern", bringt ÖAMTC-Verkehrstechniker Roman Michalek die Befragungs-Ergebnisse auf den Punkt.

Fünf ÖAMTC-Forderungen, um den Schwerverkehr sicherer zu gestalten

Vor allem drei Missstände veranlassten den Club, die gesamte Lkw-Problematik aufzugreifen und mit der Initiative "Sicherer Schwerverkehr" aktiv zu werden:

  • 95 Prozent der Lkw-Unfälle gehen auf menschliches Versagen zurück.
  • Zu viele technisch mangelhaft ausgerüstete Lkw sind auf Österreichs Straßen unterwegs.
  • Der schlechte Straßenzustand, für den der Schwerverkehr hauptverantwortlich ist.

Die ÖAMTC-Initiative hat ihren Fokus vor allem auf den Güterverkehr mit Fahrzeugen über 3,5 Tonnen höchst zulässigem Gesamtgewicht gerichtet und umfasst insgesamt fünf Forderungen:

Handlungsfeld Fahrzeug: Gut und sicher ausgerüstete Lkw-Flotten Handlungsfeld Mensch: Lenker besser ausbilden und rechtlich absichern Handlungsfeld Infrastruktur: Straßenseitige und gesetzliche Maßnahmen, wie z.B. die Verlagerung des überregionalen Verkehrs auf das hochrangige Straßennetz oder Konflikt vermeidende Verkehrsregeln Rahmenbedingungen gestalten: Effizienz von Güterverkehr steigern Handlungsfeld Exekutive: Verstärkte Kontrolltätigkeit

Ziel der ÖAMTC-Initiative ist es, ein emotional besetztes Thema sachlich und engagiert aufzugreifen und einen Beitrag für mehr Sicherheit und Akzeptanz auf Österreichs Straßen zu leisten. Was nach Ansicht des Clubs außerdem schnellstmöglich vom neuen Verkehrsminister initiiert werden sollte: Eine Lkw-Kommission nach Vorbild der Tunnelkommission und ein Maßnahmenpaket, um den Lkw-Verkehr sicherer zu gestalten. "Das erfolgreiche Baustellen-Management ist beispielhaft für ein solches Paket, weil dadurch Verbesserungen im Verkehrsablauf bei deutlich verringertem Unfallgeschehen erzielt wurden", so Michalek abschließend.

Nähere Informationen zur ÖAMTC-Initiative "Sicherer Schwerverkehr" gibt es auf der Website des Clubs unter http://www.oeamtc.at/.

Aviso an die Redaktionen:
Auf der Homepage des Clubs unter http://www.oeamtc.at/presse/ finden Sie Fotos und Grafiken zum Thema "Lkw-Verkehr" sowie die Portraits von Generalsekretär Hans Peter Halouska, Verkehrstechniker Roman Michalek und dem Leiter des ÖAMTC-Fahrsicherheitszentrums Teesdorf Gerhard Blümel. Ein Interview mit Roman Michalek ist via APA-Audio-Plattform abrufbar.

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ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

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