"Neues Volksblatt" Kommentar: "Haupt reitet" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 11. März 2003

Linz (OTS) - Herbert Haupt auf Tour: Erst prescht der FPÖ-Chef und Vizekanzler vor, um - künftig ja ressortunzuständig - Maria Rauch-Kallat das Verkünden der Abschaffung der Ambulanzgebühren vor der Nase wegzuschnappen. Jetzt will er, ohne, dass sich das im Regierungsprogramm finden würde, das Pflegegeld erhöht sehen. Und sollte das nicht gehen, hat Haupt auch gleich den Schuldigen parat:
den bösen und unsozialen Finanzminister. Zur Erinnerung: Bei der Ambulanzgebühr war gerade Haupt lange deren vehementester Verteidiger.
Zweifellos ist der Ruf nach Valorisierung des Pflegegelds wichtig. Haupts Vorpreschereien erinnern allerdings weniger an konstruktive Regierungszusammenarbeit als an parteipolitisch motivierte Alleingänge. Deren Ziel: Jene zu befrieden, die sich selbst und die ganze FPÖ zum Hüter des viel zitierten “kleinen Mannes“ ernannt haben. Privatfehden mit dem der FPÖ abtrünnig gewordenen Finanzminister passen da besser ins Konzept als etwa
ein aufrichtig distanziertes Wort zu manchem Kärntner “Freistaat“-Unfug. Es sei denn, Haupts Schweigen zum schon längst wieder nicht mehr schweigsamen Haider wäre dahingehend zu interpretieren, dass selbst Haupt den “Bin schon weg - wieder da“ nicht mehr so ernst nimmt. Das wäre auch eine Zukunftsperspektive.

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