VP-Strobl: Zweistunden-Kürzung in Schülerbelastung machbar und umsetzbar

Moderate Umsetzung und flankierende Maßnahmen für Lehrer nötig

Wien (VP-Klub): Der Bildungssprecher der Wiener ÖVP, LAbg. Prof. Walter Strobl, bezeichnete den Vorstoß von BM Elisabeth Gehrer, bei der Belastung der Schüler im Stundenausmaß zu kürzen, als sinnvollen und richtigen Weg. Die Umsetzung der Maßnahmen muss sich jetzt an pädagogischen Überlegungen orientieren. "Es geht um eine moderate und auf die einzelnen Schultypen angepasste Umsetzung. Das muss in inhaltlichen Überlegungen geklärt werden", betonte Strobl.****

Damit es zu keinen Problemen bei Junglehrern kommt, sollten Maßnahmen zur Abfederung überlegt werden. Durch Pensionierungen und Abbau von Mehrdienstleitungen kann sicher viel dazu beigetragen werden. Überlegt werden sollte, das Vorruhestandsmodell für Lehrer ab 55 auf weitere 2 Jahre zu verlängern. Strobl sieht darin eine Chance, die besonders starken Lehrerjahrgänge schneller zu einem Ausstieg zu bewegen. Der Staat würde dabei doppelt spa-ren. Ältere Lehrer sind sehr teuer. Wenn sie nicht oder durch junge Lehrer ersetzt werden, erspart sich der Staat viel Geld. Durch die 4% Abzüge pro Jahr vor dem gesetzlichen Pensio-nierungsalter würden auch die Pensionen nicht in voller Höhe ausbezahlt werden müssen. Gleichzeitig würde diese Maßnahme den Arbeitsmarkt im Lehrerbereich deutlich entschärfen.

Stärkere Auslese bei Lehrerbildung

Dass es immer einen Lehrerüberschuss gegeben hat, ist nicht neu und von den Fächern und vom Schultyp abhängig und hat mit den gegenwärtigen Maßnahmen nichts zu tun. Die Situa-tion verläuft immer schon antizyklisch. Jungen Menschen werden zwar nach der Matura ge-warnt, dass die Chancen in diesem Berufsbereich nicht besonders günstig sind, was aber nichts zu nützen scheint. Gelichzeitig muss man jungen Menschen klar machen, dass es mit einem Lehramtszeugnis nicht gleichzeitig eine Arbeitsplatzgarantie geben kann. Das ist in keinem Arbeitnehmerbereich so. Nirgends gibt es Beschäftigungsgarantien.

Strobl schlägt in diesem Zusammenhang zwei Maßnahmen vor: Es muss schon bei der Leh-rerbildung auf eine stärkere Auslese gedrängt werden. In diesem Bereich zeigt sich z.B. in Finnland, dass das für die Qualität der Schule von großem Vorteil ist. Eine weitere Maßnah-me wären zusätzliche Qualifizierungsangebote für Junglehrer, die im Schulbereich keinen Arbeitsplatz finden oder Lehrer die aussteigen wollen. Sowohl die fachlichen als auch die didaktischen Fähigkeiten sollten damit auch wirtschaftlich verwertbar gemacht werden. Über zweisemestrige WIFI-Kurse könnten z.B. solche Zusatzqualifikationsmöglichkeiten geschaf-fen werden. Der Wechsel zwischen Privatwirtschaft und öffentlichem Dienst würde gefördert und erleichtert werden. Lehrer sind besonders geeignet für den Bereich der Fort- und Weiter-bildung, sowohl im inhaltlichen Bereich etwa in den Bereichen EDV, Sprachen, Verhand-lungsführung oder Kommunikationstraining, als auch im Organisatorischen, wie etwa für die Erstellung von Lehrmaterial oder die Rekrutierung von Referenten etc. Weitere Möglichkei-ten finden sich im Bereich Freizeit, Erwachsenenbildung, Journalismus und Öffentlichkeits-arbeit, aber auch im Personalwesen und Vertrieb. "Entscheidend ist, dass ein Lehrer mit dem Wunsch, sich auch wirtschaftlich bewähren zu können, eine minimale Marktreife, also die Qualifikationen erwirbt, die ihn vermittelbar machen", betonte Strobl abschließend.(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien
Tel.: (++43-1) 4000 / 81 913
Fax: (++43-1) 4000 / 99 819 60
presse@oevp.wien.at
http://www.oevp-wien.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPR0002