Leitl freut sich über positives EU-Referendum: Willkommen Malta!

"Europäische Reife unter Beweis gestellt" - "Wichtiger strategischer Partner"

Wien (PWK138) - Nach dem Abschluss der Beitrittsverhandlungen mit den zehn Beitrittskandidaten auf dem Gipfel in Kopenhagen im Dezember 2002 machte Malta mit dem Referendum zum EU-Beitritt am vergangenen Wochenende den nächsten Schritt in Richtung EU-Erweiterung. Der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich sowie der Europäischen Wirtschaftskammer, Christoph Leitl, begrüßte in einer ersten Reaktion dieses Ergebnis: "Malta hat seine europäische Reife unter Beweis gestellt. Die Inselrepublik wird zwar der kleinste, aber ein wichtiger strategischer EU-Partner sein, speziell für die Beziehungen zu Nordafrika". Malta hielt als erstes der 10 "beitretenden Staaten" ein solches Referendum ab. Leitl zeigte sich überzeugt, dass mit diesem Ergebnis auch ein weiterer positiver Impuls für die kommenden Referenden in Slowenien am 23.3. sowie in Ungarn am 12.4. gegeben werde.

Österreichs Exporte nach Malta stiegen 2001 um 18,2 % auf 26,7 Mio Euro. Hauptsächlich wurden Maschinen und Fahrzeuge, Nachrichtentechnik, Holz und Papier geliefert. Im Jahr 2002 (1-11) wurde jedoch ein spürbarer Rückgang der österreichischen Lieferungen auf 19,3 Mio Euro verzeichnet. Gründe sind vor allem im Auslaufen eines Großprojekts im Telekommunikationsbereich und in der maltesischen Konjunkturschwäche zu suchen. Die maltesischen Lieferungen nach Österreich nahmen hingegen in der Vorjahresperiode um 15,7 % auf 9,2 Mio. Euro zu.

Mit einer Größe von 316 Quadratkilometern - was einer Fläche kleiner als Wien entspricht - ist die Republik Malta, zusammengesetzt aus den Inseln Malta, Gozo und Comino, der kleinste der zukünftigen EU-Mitgliedstaaten. Malta stellte bereits 1990 einen Antrag zur Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Nachdem die sozialdemokratische Regierung von 1996-1998 den Beitrittsantrag auf Eis gelegt hatte, reaktivierte die konservative Regierung das Beitrittsansuchen Maltas. Im Februar 2000 wurden die Beitrittsverhandlungen mit Malta aufgenommen, die im Dezember 2002 abgeschlossen werden konnten. "Dem Beitritt Maltas mit 1. Mai 2004 steht nun nichts mehr im Weg", freut sich Leitl.

Die Wirtschaftsstruktur in Malta wird zum Großteil vom Dienstleistungssektor bestimmt, der 65 % des BIP (4.019,79 Mio. Euro; 2002) trägt. Davon spielt vor allem der Tourismus, von dem über 27 % der Malteser leben und der jährlich 1,1 Mio Besucher auf die Insel bringt, eine große Rolle. Auch im Schiffsbau genießt die Insel einen international anerkannten Ruf. Der Anteil der Industrie am BIP beläuft sich auf 32 %, wobei hier vor allem die Halbleiter- und Bekleidungsindustrie eine große Rolle spielen. Die Landwirtschaft inklusive Fischfang trägt lediglich 2,4 % zum BIP bei. Im Außenhandel Maltas spielt die EU-15 mit einem Marktanteil von 63 % der Gesamtimporte und 42 % der Exporte die weitaus wichtigste Rolle. (Ne)

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